Cave Terra Ventoux

So isch’s im Franzoseland: Da kommd de Wei aus de Wand!

Jetzt sind wir beide aus einem Weingebiet und haben noch nie eine Weinwanderung mitgemacht. Dazu müssen wir erst in die Provence. Wir haben uns in der örtlichen Cave dafür angemeldet (von 09 – 12:30 h, 15 € pro Person)- und haben keine Minute bereut. So was Nettes. Ein englischsprachiger Führer (junges, adrettes Kerlchen!), ein hiesiger Winzer (Spaßvogel à la Gernstl) und eine junge Frau, die uns „en passant“ in die Wildkräuterwelt der Provence eingeführt hat. Die gesammelten Blumen und Kräuter gab es später als Salat, fein!

Wir haben viel Interessantes zu den Rebsorten, Ausbauweisen, biologischem Anbau sowie zu den Kirsch- und Olivenbäumen und Trüffelaufzucht (geht wohl nicht nur bei Eichen, sondern auch bei Haselnussbäumen) erfahren, bevor uns inmitten der ehemaligen Ockerabbauminen die Verkostung von Wein, hervorragender Wurst- und Käsevariationen und Erdbeeren aus Carpentras erwartet hat. Der Rosé wird sicherlich nix für uns, aber es gibt einen Weißwein, den sogar ich mag (Terre de truffes, blanc), und auch viele Rote sind hervorragend.

Ein tolles Programm bis kurz vor 15 Uhr. Wir hatten großen Spaß, impeccable!

Römer im Wind: Vaison-la-Romaine

Wikipedia sagt:

Vaison-la-Romaine ist die größte französische archäologische Ausgrabungsstätte. Die archäologischen Hinterlassenschaften, die heute zu besichtigen sind, stammen aus dem 1. und 2. Jahrhundert n.Chr.
Aufgrund der Größe der öffentlichen Bauten, soweit sie ausgegraben werden konnten, lässt sich schließen, dass die Stadt in römischer Zeit ca. 60 bis 70 Hektar Fläche besaß. Das Amphitheater wurde in den Nordhang des Fels des Puymim-Hügels geschlagen und bot etwa 5.000 bis 6.000 Zuschauern Platz.
Im Osten Vaisons wurde in augusteischer Zeit ein Tempel errichtet. Große Gärten mit Säulen umgeben ihn. Dies war ein öffentlicher Ort für religiöse Zeremonien. Reste verschiedener Thermalbäder können an verschiedenen Orten in der Umgebung besichtigt werden, darunter im Osten der gepflasterten Straße (Villasse), auf dem Südufer der Ouvèze, die bekannteren Bäder im Norden aus der Mitte des ersten Jahrhunderts auf 2.000 m². Die ältesten Bäder nehmen eine Fläche von 2.300 m² ein und liegen im Maison du Buste d’Argent, einem nach der darin gefundenen Silberbüste des Bauherrn benannten Haus. Die Villa verfügte über Mosaikböden und zwei Gärten mit Wasserbecken. Auch das benachbarte Maison du Dauphin war mit Gärten und Becken ausgestattet. Das Herz der Römerstadt – Forum und Basilika – wird durch die moderne Stadt bedeckt und ist deshalb nicht ausgegraben. Aber immerhin ein Fünftel der Römerstadt – 13 Hektar – wurde freigelegt und lässt sich von der Place Abbé Sautel aus betreten.

Die Dentelles de Montmirail sind eine aus mehreren kleinen, parallelen und allesamt von Südwest nach Nordost ausgerichteten Bergkämmen bestehende Felsenlandschaft in Südfrankreich im Département Vaucluse, südlich der Stadt Vaison-la-Romaine und westlich des wesentlich höheren Mont Ventoux. Nordwestlich der Dentelles fließt die Ouvèze in einem weiten Bogen in die Rhône.

Dentelles heißt übersetzt Spitzen (wie in gehäkelten oder geklöppelten Spitzen) und spielt auf die scharfe und spitze, oftmals von Felsenfenstern durchbrochene, Form der zahlreichen kleinen Gipfel an. Die sich über nur etwa 8 km erstreckenden Dentelles de Montmirail sind bei Wanderern und Felskletterern gleichermaßen beliebt. Insgesamt gibt es über 600 Routen vorwiegend in den oberen Schwierigkeitsgraden bis 8c (UIAA X+/XI-) und mit Längen von bis zu 90 Metern.

Und Heidi schreibt: Nach einer verregneten Nacht hat der Himmel im Laufe des Vormittags aufgeklart, so dass wir zu unserer Rollertour zu den o. g. Dentelles und nach Vaison-la-Romaine aufbrechen konnten (in V. waren wir vor 12 Jahren mit meinen Eltern schon mal, aber damals gab es andere Öffnungszeiten = geschlossen; heute zum Glück nicht!).

Laut Axel ist es wie Segeln… es gibt starke Böen und Wind aus allen Richtungen. Da ist Henri ein bißchen wie eine Schrankwand. Und für die folgenden Tage sind noch viel stärkere Böen angesagt, bis zu 65 km/h schnell… uiii, dann werden wir uns nur zu Fuß bewegen können.

Wir durchfahren wunderschöne Landschaften, über Pässe, durch Weinberge, kleinen Dörfchen, die an den Fels gebaut sind, meistens mit Blick auf den Mt. Ventoux (heute in Wolken) oder die Dentelles. Blaublauer Himmel. Sonne. Klarer Blick. Seele, was willst Du mehr?
Hinter jeder Kurve gibt es etwas Neues zu bestaunen.

Die Fotos der römischen Ausgrabungsstätte in Vaison-la-Romaine sprechen für sich. Eintritt: 8 € pro Person; nicht billig, aber das Geld in jedem Fall wert!

Die Stadt selbst ist lebhaft, bunt, quirlig (mit vielen tollen Klamottenläden – aber: Ich halte mich zurück!), Cafés und Restaurants. Wir bummeln ein wenig und genießen die relativ windfreie Zone. Für alle Leser und FR-Interessierte: Daumen hoch, sehr empfehlenswert. Und unter einem so blauen Himmel sowieso!

Gorges de la Nesque

Nicht nur der Mont Ventoux lockt alle Zweiradfahrer, sondern auch die Nesque-Schlucht zwischen Villes-sur-Auzon und Sault. Es ist eng und kurvig, und richtig steil. Mir wird’s fast schlecht beim Blick über die nicht vorhandene Leitplanke.

Lieber Ulli, das wäre in jedem Fall Dein Terrain fürs Radeln, in der Gegend hier findest Du massenhaft Steigungen von 10 %…

Die meisten Radler schlagen sich wacker – und Henri auch, er schnättert mit uns durch die Schlucht und ermöglicht somit eindrucksvolle Ausblicke. Großes Kino! Bei Monieux liegt auch noch ein netter Freizeit- und Badesee, an dem am heutigen Feiertag (Dt. Kapitulation) richtig was los ist, Biker zuhauf.

Im Schatten des Mont Ventoux

Wir sind umgezogen, an den Fuß des Mont Ventoux, auf den sehr schönen, gepflegten CP „Les Verguettes“ in Villes-sur-Auzon. Denn eines ist klar: Die Provence wird nicht verlassen, bevor nicht Henri, Axel und ich da oben stehen!

Bei unserer ersten Wanderung ums Womo rum geht es wie üblich stetig bergan, durch Eichen- und Nadelwälder, den Schicksalsberg der Tour de France quasi immer vor der Nase oder im Rücken. Durch Weinberge (die Ventoux-Weine sind wohl bekannt und werden geschätzt – wir trinken natürlich auch gleich eine Flasche, und können bestätigen: Sehr gut, trocken, gehaltvoll!), Olivenhaine und riesige Kirschbaum-Felder, vorbei an Bories und kleinen Ortschaften. Und überall duftet es nach Thymian, Rosmarin und Pinienzapfen. Das macht Lust auf Sommer, Sonne, Schampus und Tiefenentspannung.

Tiefblau

Es ist wirklich so: Die Provence hat ihren eigenen Himmel und einen ganz intensiven Duft von Sommer und Gewürz: Ob beim sehr geschäftigen Treiben auf dem riesigen Samstagsmarkt in Apt (die Stadt der kandierten Früchte) oder in Bonnieux, einer durch die Mayle-Bücher bekannten Ortschaft (in der die Immobilienpreise explodiert sind, unglaublich!).

Nachtrag: Und jetzt haltet Euch fest, laut Wikipedia lebt Peter Mayle nun in Lourmarin. Ich sag’s doch: Wo wir sind, ist vorne!

Wir decken uns auf dem Markt mit frischen Gemüse, Schafs- und Ziegenkäse und einem Armbändle fürs Heidi ein…

Henri hat laut Axel wohl schon italienische Luft geschnuppert, er fährt immer besser und bringt uns tapfer die Berge hoch. Wir machen eine Ausfahrt nach Viterolle-en-Luberon, an der Grenze zum Departement Alpes de Haute-Provence; man sieht ganz weit in der Ferne die schneebedeckten Alpen, einfach super.

Wenn das Wetter mitspielt, wollen wir hier oben demnächst eine längere Wanderung machen.

Ach ja, wie vor kurzem schon gepostet: Wir haben neue Freunde, zwei Katzen. Sie sind noch ein bißchen scheu bzw. streichelunwillig – aber beim Fressen immer an erster Front. Sie lieben Quark. Und Leberpastete. Und Salami, ein Stück Entrecote wird auch goutiert. Und wir freuen uns sehr über die zwei!

Orchideen-Wanderung

… und andere Blümchen.

Außer Schnakenspray alle Regeln befolgt: Wanderschuhe, etwas zu trinken im Rucksack und vor allem, zuerst eine Michelin-Wanderkarte der Umgebung besorgt. So ausgestattet sind wir von Lourmarin (ein lebendiges, kleines Dorf mit vielen Restaurants und Künstlerateliers) über kleine Weiler in die ersten Ausläufer der Luberon-Berge marschiert. Endlich ohne Jacke, bei angenehmen Temperaturen.

Schön ist es hier: Eichenwälder, Weinberge, Felder – und überall am Wegesrand wilde Orchideen, Mohn und viele weitere (un)bekannte Blumen. Und ich im deutschen Tarn!

Camping Les Hautes Prairies

Les Hautes Prairies, in Lourmarin

Am Montag war der letzte schöne Sonnentag auf der Ile d’Oleron. Also haben wir uns entschieden, den warmen Temperaturen so gut es geht nachzureisen. Und die sind derzeit in Frankreich vorrangig am Mittelmeer zu finden. Also auf in die Provence!

Mit einem Zwischenstopp im Limousin (liebe Eltern, ich sage nur: Der Sohn… einmalig!) sind wir am 1. Mai im Departement Vaucluse, in der Nähe von Apt, angekommen. Der zuerst angefahrene CP an der Durance war wegen 4 Tage starken Regens nicht mehr passier- und nutzbar. Im nächsten Ort haben wir uns jetzt niedergelassen. Der Platz ist groß, ruhig, es gibt einen Brot-Bestellservice und ein Freibad (ist aber noch nicht befüllt) – recht schnörkellos, aber sauber und für die nächste Zeit im Luberon ideal gelegen.

Rodeo einmal um die Insel

Da wird die Bandscheibe gefordert – so schlechte Straßen wie hier haben wir selten erlebt, ein echter Ritt!

Über den Fischereihafen La Cotinière zu den Austernbecken auf der Ostseite der Insel bis ganz in den Norden, zum Phare de Chassiron. Ein schöner Ausflug, der unterschiedliche Ortschaften und Küstenstreifen zeigt.

Aber ganz schön holprig…