Qualmende Sohlen am Canal du Midi

Nachdem es in der Nacht bzw. am frühen Morgen geregnet hat, beschließen wir, bei wolkenverhangenem Himmel zur Nahfelderkundung aufzubrechen, per Fuß nach Portiragnes „Stadt“. Hier waren wir noch nie, und man sollte doch auch die kleinen Orte im Umfeld besuchen.

Die Strecke ist schön, am Canal du Midi entlang, mit seinen Wasserlilien, Disteln und sonstigen schönen Blümchen. Und dann kommt die Sonne raus und wir vergehen… und die Sohlen unserer Turnschuhe qualmen. Wir haben die Strecke etwas unterschätzt, einfach bestimmt 5 km, und dafür wären Wanderschuhe einfach besser geeignet. 🙂

Portiragnes selbst ist ein kleines, verschlafenes, nettes Dorf, mit einem Spar, ein, zwei Restaurants, Kirche, Friseur – was es halt so gibt in den Ortschaften.

Die Flamingos im Kreisverkehr sind nur Attrappe – aber hier fliegen abends tatsächlich welche über den CP. Begleitet von Froschgequake, Möwengeschrei, Fledermäuschen ohne Ton :-), Staren und einem Wiedehopf. Volle Natur in der Vorsaison.

Epi am Morgen

Zurück in Portiragnes Plage, wo wir auf der Reise Ende Mai / an unserem Hochzeitstag 2013 schon einmal waren.

Es hat sich einiges getan: Mehr Mobilhomes, sehr moderne noch dazu, ein überdachtes Schwimmbad, ein Balneo (Jacuzzi etc.), viele Safarizelte… aber immer noch 19 Euro mit Acsi in der Vorsaison. Wir stehen in unserer Reihe zu zweit. Perfekt. Und der Pool gehört fast uns. Und Axel liebt das Epi-Baguette des hiesigen Bäckers. Noch perfekter.

Blauer geht wirklich nicht

Wir laufen den Küstenwanderweg hoch und runter, durch kleine Wälder, über verschlungene Pfade, über sehr enge Hohlwege und Wurzelpfade – und immer mit wunderbarem Blick auf das so unglaublich blaue Meer.

Hammer.

Auf der Halbinsel von Hyeres

Nach knapp zwei Wochen in La Colle sur Loup heißt es: Weiterziehen.

Wir wollen an der Cote d’Azur bleiben, aber in Richtung Toulon / Marseille / Cassis weiterzuckeln. Ich suche einen CP in Sanary sur Mer raus – uuuuh, aber der ist scheußlich. Mitten im Wohngebiet, total eng gestellt, keinerlei Charme. Axel will hier in keinem Fall bleiben. Also wieder retour, durch den Tunnel unter Toulon zurück auf die Halbinsel von Hyeres.

Dort wollte Axel sowieso mal hin, und Klaus und Martina hatten uns dies auch empfohlen, den CP La Tour Fondue in selbigem Ort.

Der Platz ist an sich schön, eher ursprünglich, aber die Stellplätze sind sehr klein. Wir parken mit Arielle entlang eines Platzes und sitzen ein bißle wie der Aff uffm Schleifstoi. Und uns gegenüber ein altes Ehepaar aus Köln, das glotzt wie ein Bock. Grrrr.

Im Milliardärhafen: Antibes

Wir düsen mit Henri ganz easy über die Küstenstraße, via Villeneuve-Loubet, nach Antibes, das ca. 20 km von unserem CP entfernt liegt.

Eine schöne Altstadt, mit Stadtmauer, lebendiger Innenstadt, überdachtem Markt, kleinen Souvenirläden, Restaurants… Und alles an dem so blauen Meer – sogar mit einem Sandstrand direkt im Ort.

Und natürlich dem Milliardärshafen. Wiki sagt:

Antibes ist eine der ältesten Städte an der Côte d’Azur, sie wurde um 340 v. Chr. von den Griechen gegründet. Sie ist aus der griechischen Stadt Antipolis entstanden. Antipolis bedeutet „Stadt gegenüber“; unklar ist, gegenüber welcher anderen Stadt oder Festung. Im 4. Jahrhundert vor Christus richteten die Griechen hier eine kleine Handelsstation ein, bestehend aus Warenlagern, von denen aus man außerhalb der Stadtmauer Handel mit den Küstenbewohnern betrieb. Später wurde Antibes von den Römern zu einer bedeutenden Stadt ausgebaut und in der Spätantike auch Bischofssitz. Aus der Römerzeit stammt eine hier aufgefundene Weiheinschrift für den Gott Olloudius.

Im Jahre 1386 fiel Antibes in den Besitz der Grimaldi, die es im 16. Jahrhundert an Frankreich verkauften. Der französische König ließ Antibes zu einer Festung ausbauen, nachdem Nizza im 14. Jahrhundert an Savoyen gefallen war.

Am 1. März 1815 landete der von Elba geflohene Napoleon in Antibes. Nach einem Marsch auf Paris folgte seine „Herrschaft der Hundert Tage“.

Das Seebad Juan-les-Pins wurde 1882 gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließen sich viele Schriftsteller und Künstler, unter anderem Pablo Picasso, in der Stadt nieder.

Der See- und Yachthafen Port Vauban wurde nach dem Stadtplaner und Baumeister Vauban benannt. Mit ca. 1700 Liegeplätzen ist er einer der größten Yachthäfen Europas. An diesem Yachthafen, der auch der Milliardärhafen genannt wird, legen die allergrößten Yachten an. Die beiden teuersten privaten Charter-Yachten der Welt (Annaliesse und Alysia) liegen den Winter über dort, sowie die berühmten Luxusyachten Kingdom 5KR und die Carinthia VII.

Slackline auf dem Baou

Erstes Foto: Dort oben waren wir 🙂

Wiki sagt: Saint-Jeannet liegt im Landesinnern etwa 20 Kilometer von Nizza entfernt auf einer durch Geröllablagerungen entstandenen Terrasse am Fuße des Baou de Saint-Jeannet (800 m), eines spektakulären Kalkfelsens, das Wanderer und Kletterer lockt und einen sehenswerten Blick auf das Mittelmeer, das Esterelmassiv sowie die französischen und italienischen Alpen bietet. Die Umgebung des Ortes wird von Weinbergen geprägt.

Der Ort diente als Kulisse für den Hitchcock-Klassiker „Über den Dächern von Nizza“ mit Grace Kelly und Cary Grant in den Hauptrollen. John Robie, die „Katze“, hatte hier sein Haus.

Wir sagen: Der Baou ist wirklich sehenswert, wobei der Aufstieg schon knackig ist. Wir nehmen die lange, steile Route über Le Castellet, uff, schnauf. Nach 2,5 Stunden haben wir den Gipfel erreicht – und, wie so oft in Frankreich, nix mit Absperrung oder Geländer: Ein Schritt zu viel, und weg bist Du, von 800 m direkt über den Felsvorsprung in den Ort. Ich kriege Anfälle, sobald Axel nur ein paar cm weiterläuft…

Und dann ist dort doch tatsächlich eine Slackline gespannt. Wer tut sich so etwas an? Chapeau!

Der Abstieg nach St. Jeannet geht deutlich schneller, eine Stunde später und voller Eindrücke von Panorama, Blumen, Eichenwäldern, steilen Anstiegen und intensiven Aromen sind wir zurück in dem netten Ort Saint Jeannet, bei Henri.

Wer dort einmal Urlaub macht: Unbedingt erwandern!

Na toll, der letzte Tunnel gesperrt

Unsere heutige Wanderung führt uns von Le Bar sur Loup mit Blick auf Gourdon über den Chemin de Paradis am Loup-Kanal entlang.

Weit gefehlt, wer denkt, dass der Kanal im Tal verläuft. Äh äh. Direkt am Berghang, in dicken Rohren, an denen man entlang wandern kann – gerne auch untertunnelt.

Zum Glück haben wir diese Tour im Womo-Reiseführer gelesen, mit dem Hinweis, für die Tunnel eine Taschenlampe mitzunehmen. Und die braucht man auch, denn in den längeren Tunneln ist es sowohl grabbennacht als auch nass und unbefestigt. Irgendwie gruselig.

Und dann, am letzten Tunnel unseres Rundwanderwegs, ein Verbotschild: Tunnel gesperrt, kein Durchkommen, Lebensgefahr.

Na toll, also alle durchstandenen Tunnel wieder zurück und auf derselben Strecke zum Ausgangspunkt. Eine schöne Wanderung mit tollem Blick auf Gourdon von unten, abwechslungsreich zu gehen, aber so enge Durchlässe sind nicht unsers…

Frauenschuh und andere Blümchen

Eine schöne, wenig anstrengende Rundwanderung vom CP ausgehend nach Roquefort-les-Pins, durch kleinere Weiler und Wälder.

Ein Blumenmeer. Die Cote d’Azur in voller Blüte. Schön.

Und die Heilbronn-Gang war wohl auch schon da :-).

Bergpanda

Das ist der erste CP in Frankreich, wo wir wissentlich einen Mietwagen direkt reservieren können (39 Euro pro Tag, 200 km frei, die weiteren jeweils 0,25 Euro). Warum nicht, um eine Fahrt durch die Gorges du Loup zu machen, ins Hinterland und die Berge des Mercantour?

Um so besser, dass Martina und Klaus aus Leverkusen, die wir 2013 in Anduze kennengelernt haben, seit Dienstag ebenfalls auf dem CP sind – so können wir zu viert losdüsen.

Wir erklimmen die Serpentinen nach Gourdon, eines der schönsten Dörfer Frankreichs, und schauen uns das Örtchen mit seinen vielen kleinen Touri-Läden (Lavendel, Seifen, Schmuck, Kunst…) an. Malerisch, wirklich, und ein toller Blick aufs Umland und das Meer.

Von dort geht es weiter nach Gréolières, wo wir in einem kleinen Restaurant zu Mittag essen – die Karaffe Wasser kommt direkt aus dem Ortsbrunnen, so goldig. Die Herren nehmen Tartar, Martina und ich jeweils einen Salat chèvre chaud. Mmmmh, fein.

Zum Glück machen wir noch den Schlenker über Gréolières Les Neiges, die hiesige Skistation auf gut 1.200 m Höhe, denn von dort hat man einen großartigen Blick auf / in die Seealpen. Ein Mordspanorama!

Unser Ausflug führt uns zurück über Saint Jeannet, Vence und Cagnes sur Mer zwecks Einkaufen (wenn man schon mal ein Auto hat :-)). Ein wunderbarer Tag.

Tartar an der Rascasse

Monaco liegt gut 40 km von unserem CP enfernt, die perfekte Distanz für Henri. Wir quälen uns durch den Stau in Nizza (bzw. Axel fährt waghalsige Manöver durch die stehenden Autoreihen :-)) und düsen danach die Küstenstraße entlang. Das Meer zeigt sich heute von der schönsten Seite, türkisblau, echtes Karibikfeeling!

Tolle Orte mit großartigen Villen – schon klar, warum die Schönen und Reichen hier sind. Und wir, hihi.

Wir kommen zur Mittagszeit an, stellen den Roller relativ zentral auf einem 2 Roues-Parkplatz ab und marschieren dann zielstrebig zur schon aufgebauten Gran Prix-Rennstrecke. Schon beeindruckend – vor allem, weil wir dort direkt in einem Restaurant, in der Nähe der Rascasse-Kurve, zu Mittag essen. Auch hier wieder, wie in Nizza: Angemessene Preise! Axel gönnt sich ein Tartar mit weißen Trüffel und Pommes, ich esse einen Nizza-Salat mit Wachteleiern. Tiptop, für 68 Euro inkl. Wein und Espresso.

Wir laufen am Hafen entlang (ein, zwei nette Boote liegen hier schon :-)) und nehmen dann den Aufzug in die Altstadt, zum Fürstenpalast. Axel spekuliert ja noch immer darauf, dass Charlène da ist. Aber Pustekuchen, sie ward nicht gesehen!

Im Gegensatz zur „Unterstadt“ ist es hier oben hübsch und relativ beschaulich. Die Wachen vor dem Palast sehen allerdings aus wie aus einem Disney-Film, seltsame Kopfbedeckungen haben die auf…

Beim Abstieg zurück zu Henri fährt dann doch tatsächlich Prinz Albert an uns vorbei – ohne Charlène im Auto. Ob es da wohl kriselt?

Fazit: Monaco muss man auch gesehen haben, wenn man dies ohne Womo machen kann. So viele Steuern können wir aber gar nicht sparen, um dort leben zu wollen 🙂