Smileys am Leuchtturm

Eigentlich wollten wir noch länger in Furadouro bleiben, denn der Platz dort ist schön, groß und sicher (hihi). Allerdings kam am Samstag Nachmittag eine Horde Engländer an, die uns irgendwie nicht ganz koscher vorkamen. Riesige Tabbert-Wohnwägen, teure BMW und Jeeps, spanische Miet-Kleintransporter, Waschmaschinen – ???? wo gibt es so was – vorrangig Männer… Seltsam. Axel hat mal ein wenig gegoogelt und kam auf Pavees / Tinker = irisches fahrendes Volk und Kesselflicker. Wir haben uns mit den Nachbarn um uns herum unterhalten und auch ein Bier getrunken, aber wohlgefühlt haben wir uns, eingezwängt zwischen denen, nicht.

Daher am Montag Morgen: Z’samme packe und weiter geht es! Furadouro hat ja ganzjährig geöffnet, wir können also wiederkommen.

Wir fahren knapp 60 km weiter in den Süden, nach Praia da Barra, bei Aveiro. Der Campingplatz liegt im Wohngebiet, zum superschönen Sandstrand sind es zu Fuß 5 Minuten. 3 Leuchttürme in greifbarer Nähe, ein ewig langer hölzerner Dünenweg, Bars, kleine Supermärkte. Was will man mehr?

Der CP an sich hat leider nur wenige Womo-geeignete Plätze, ist für die Hauptsaison also sicherlich nicht geeignet. 15 Euro pro Nacht mit ACSI, inkl. Strom etc.; die Sanitärs sind sauber, aber recht rudimentär – aber es gibt zumindest warmes Wasser 🙂

Nach unserer Ankunft am frühen Nachmittag machen wir einen ausgiebigen Strandspaziergang (in kurzer Hose und Rock!) entlang der Mole (geprägt von Smileys und katholischen Sprüchen) und ich wasche noch 2 Maschinen (je 3,50 Euro). Schön ist es hier.

4-Zack

Nach dem starken Regen und Wind am Samstag Nachmittag erwartet uns der Sonntag mit strahlend blauem Himmel und voller Sonne. Wir machen morgens einen ausgiebigen Strandspaziergang mit Abstecher ins Café, in den kleinen Mini-Mercado und zu einer Straßen-Fischverkäuferin (1 kg fangfrischer Sardinen für 2,50 Euro). Heute tobt hier der Bär, wahnsinnig viele Radfahrer, Familien, Biker… keine Ahnung, warum – aber schööööön!

Uns läuft der Schweiß am Popo runter, und das im T-Shirt :-).

Gegen Mittag machen wir uns mit Henri nach Santa Maria da Feria auf, ca. 11 km östlich von Furadouro. Die Stadt ist mit ihren 12.000 Einwohnern ein wichtiges Messe- und Handelszentrum und besticht durch ein Kloster, zwei Kirchen und die Burganlage über der Stadt. Eintritt pro Person: 3 Euro. Außerdem ist sie bekannt für ihre Fogacas, ein süßes Hefegebäck in Form der Burganlage.

Wir wandern durch das alte Gemäuer und genießen den Blick über die Stadt. Zum Abschluss gibt es in einem kleinen Café noch ein Milchbrötchen pur und eins mit Käse-Schinken, einen Kaffee, 1 Seven Up und ein Pedras-Wasser mit Zitrus-Geschmack. Für keine 5 Euro :-).

Auf dem Rückweg schauen wir uns noch die CP in Esmoriz und Cortegaca an, von außen. Uuuuh, scheußlich. NIX für uns!

Gischt

Bem-vindo em Furadouro!

Am frühen Donnerstag Mittag kommen wir auf dem uns bereits bekannten CP in der Nähe von Ovar und Porto an. Plätze en masse, außer uns ist kein Womo oder Wohnwagen hier, nur ein paar Dauercamper.

Preis pro Nacht incl. Strom (4 Ampere) mit Zusatzkosten für Henri: 17 Euro. Nicht billig für Portugal, aber mit sauberen Sanitärs mit warmem Wasser, einem Mini-Mercado, der am Wochenende geöffnet hat, und SICHERHEIT GARANTIERT! Jeder erhält eine Zugangskarte, man muss auch zu Fuß durch eine Schranke wie am Flughafen, mind. 1 Wachmann… Keine Ahnung, welche Gefahr hier herrscht – aber uns ist es recht, dann werden wir hoffentlich nicht nochmals beklaut 🙂 wie auf der AB bei Besancon selligsmal.

Der Atlantik ist gewohnt wild und die Gischt sowie aufkommende Bewölkung vernebeln die Sonne. Aber es ist schließlich schon Sankt Martin, also der 11.11.

Zwischenstopp im Norden

Am Dienstag, 8. November 2016, geht es weiter in Richtung Portugal – nach 3 wunderschönen, warmen Wochen in Frankreich.

Der erste Zwischenstopp wird in Spanien, in Zaragoza (in der Nähe des Flughafens) eingelegt. Der CP liegt gut, hat recht große Stellplätze mit befestigtem Boden (eine Nacht mit Strom: 24 Euro), ist aber stark von Engländern / Iren bevölkert, die in der Gegend zu arbeiten scheinen. Seltsames Volk, immer laut, rücksichtslos… komisch.

Daher fahren wir am nächsten Morgen auch gleich weiter, über Valladolid und Braganca nach Valpacos, im Großraum Braganca / Vila Real, auf den ganzjährig geöffneten CP. Die ÜN mit Strom kostet 9,12 Euro (wir kaufen auch gleich noch den port. Campingführer für 7,60 Euro) – an sich ein schöner Platz, direkt am Fluss, nicht parzelliert, Strom und Wasser gut erreichbar überall.

Allerdings ist es hier recht frisch und die Sanitärs sind weder gepflegt noch beheizt (ob es Warmwasser gibt, ist fraglich…) – also wieder: Eine Nacht, dann weiter.

Kleine Randnotiz, was mir in 3 Jahren Womo und Abspülen nicht passiert ist: 2 Teller verkanten sich dermaßen im Topf bzw. schließen hermetisch ab, so dass wir sie nicht mehr herausbekommen. Weder mit warmem Wasser noch mit Klopfen, Hauen, Messer am Rand entlangfahren… Da hilft nur der Griff zum Hammer und Axel schlägt die zwei entwzei und somit raus aus dem Topf. Tja, Verlust hat man immer ein bißchen 🙂

Miramar reloaded

An unserem letzten Tag in Frankreich lassen wir es uns nochmals so richtig gutgehen. Wir fahren zum Mittagessen ins nahgelegene Örtchen Canet-en-Roussillon, um dort an der Strandpromenade im Restaurant „Miramar“ einzukehren.

Ein sehr stylisches Restaurant mit toller Karte. Axel nimmt ein Fischtöpfchen mit 3erlei Fisch, Muscheln und einer Riesengarnele, ich ein kurz angebratenes Thunfischsteak (super mariniert) mit etwas Grillgemüse. Wirklich hervorragend – bei Restaurants, die Miramar heißen, haben wir bislang immer gute Erfahrungen gemacht 🙂

Wir genießen nochmals blauesten Himmel, einen ewig langen Strand und das französische Savoir-vivre.

Perpignan: Sonntags Ruhetag

So kommt es einem in manchen Gassen fast vor, direkt ausgestorben…

Schön ist die Stadt, mit dem risiegen Palast der Könige von Mallorca, einen sehr großen Kathedrale und weiteren Kirchen, dem alten Stadttor mit Turm, und sehr vielen hübschen Schuh- und Klamottenläden. In dem Fall gilt für meinen Geldbeutel: Zum Glück geschlossen 🙂

Nach einem ausgiebigen Stadtbummel genehmigen wir uns in einem Café noch einen Kaffee und ein Gläsle Rosé, bevor wir wieder an den CP zurückfahren.

Fazit: Lohnenswerte Stadt, aber mit einigen dunklen Gassen, die den Spruch von Zarkozy, von wegen Kärchern, heraufbeschwören.

Besuch bei den Vorfahren

… und in unserer eigenen Vergangenheit: Wir waren vor ca. 18 Jahren schon im Urlaub in Tuchan / Corbières und von dort aus im prähistorischen Museum von Tautavel. Und hierhin sind wir heute vom CP in Latour-Bas-Elne – über Bages, Thuir und Millas – mit Henri gefahren.

Eintritt ins Museum p. P.: 8 Euro, Audioguide inklusive. Ganz schön intelligente Kerlchen waren unsere Vorfahren, mit Steinwerkzeugen zum Jagen und „Schlachten“. Allerdings hatten wir das Museum größer und imposanter in Erinnerung… aber wahrscheinlich sind wir heute durchs Internet und das ganze Multimediazeugs schon zu verwöhnt 🙁

Das Wetter wechselt von sonnig zu bewölkt zu ganz wolkenverhangen. Die Rückfahrt geht über Tuchan, die Eialarm-Strecke von damals, nach Rivesaltes und mit dem allerletzten Tropfen Sprit zum Carrefour nach Claira. Wahnsinn, das ist ein Gewerbegebiet, da gibt es gefühlt alle Einkaufsketten.

Schön war der Ausflug in die Vergangenheit! Und wir sind vor dem Regen wieder gut und trocken am Platz.

Florida Knights

Nach der Provence geht es an die spanische Grenze, nach Elne, bei St. Cyprien bzw. Perpignan.

Hier waren wir noch nie.

Der CP Le Florida hat ganzjährig geöffnet, mit riesigen Stellplätzen und dem lustigsten Sanitaire, das wir bislang gesehen haben: Eine Ritterburg. Wer kommt auf so eine Idee?

Aber: Sauber, beheizt, großzügig, tolle Duschen und WCs, Föns – top!

Wir fahren nach St. Cyprien zum Mittagessen (Muscheln (Curry und Sahne) + Pommes), schlendern über den relativ großen Markt und kaufen dort Gemüse fürs Abendessen ein, und dann geht es gerade noch vor dem leichten Nieselregen (bei 16 Grad… Gruß an DE bei 5 Grad…) zurück zur Arielle. Und den 3 süßen Katzen, die uns adoptiert haben 🙂

Nachbardorf

Nie die Nahfelderkundung vergessen 🙂

Henri und wir fahren ins nahgelegene Rousset (wo wir bislang nur im Gewerbegebiet eingekauft hatten) und schauen uns das Örtle an. Nett, ganz original, kein Touri-Nepp. Mit Saint Rémy, das kaum 100 km entfernt ist, ist die Ecke nicht zu vergleichen: Die Läden, die es gibt, sind geöffnet, es gibt keine Lavendelsäckle-Seifen-Grillen-Kräuter-Souvenirs. Sondern ein Tabac, 2 Bars, 1 Bäcker. Und Franzosen, die einkaufen bzw. essengehen.

Eine wunderschöne Seite der Provence, die wir noch nicht kannten. Ein sehr schöner CP mit kostenlosem Internet, mit einer sehr netten Besitzerin – like like like, absolut zu empfehlen!

Gipfelstürmer

Anscheinend erwandern rund 700.000 Personen die Montagne Ste. Victoire pro Jahr. Und tatsächlich, hier ist echt Druck auf der Kiste. Wir sind kurz nach 11 Uhr am Parkplatz am Barrage du Lac Bimont in der Nähe von Aix, und es ist schon richtig was los.

Ich dachte eigentlich, wir würden eine Tour um bzw. entland des Stausees machen, aber weit gefehlt: Es geht von Anfang an steil bergauf, über recht rutschige und ausgetretene große Steine – und vor und hinter uns massenhaft Wanderer. Das sind wir in FR gar nicht gewohnt, wir fühlen uns teilweise etwas getrieben.

Und in der Steigung kein Ende in Sicht. Mir wird es manchmal richtig mulmig, weil der Abhang nah und extrem tief ist. Uuuuuh. Zum Glück kommt noch vor dem Kreuz des Südens eine Abzweigung, wieder in Richtung Stausee. Aber auch die hat es in sich, es geht wirklich fast senkrecht den Steinhang runter. Gruselig, ich laufe wie auf rohen Eiern – Axel meistert das um Längen besser.

Ich mache tausend Kreuze, als wir unten wohlbehalten ankommen.

Von dort geht es nochmals 1,5 Stunden über gut ausgebaute Schotterwege hoch und runter zurück an den Stausee. Eine sehr anstrengende Wanderung von 3,45 Stunden, die uns aber mit einem grandiosen Panorama, bei bestem Wetter und sehr warmen Temperaturen, belohnt hat. Für Trittfeste absolut zu empfehlen!