Aveiro à la francaise: Markt in Sete

Wikipedia sagt: Die Stadt Sète liegt 32 km südwestlich der Stadt Montpellier direkt am Mittelmeer auf einer schmalen Landzunge zwischen dem Mittelmeer und der 18 km langen Lagune Étang de Thau (auch „Bassin de Thau“). Sète ist praktisch von allen Seiten von Wasser umgeben und wird deswegen auch als „Klein-Venedig des Languedoc“ bezeichnet. Das Zentrum der Stadt ist der Canal Royal (Königskanal), an dem viele Souvenirläden und Restaurants liegen. Stilistisch ist die Stadt eine Mischung mediterraner Stile mit deutlichem italienischen Akzent.

Sète hat zwölf Brücken, davon fünf Hebebrücken. Das Quartier „Haut“, das sich am Stadthügel entlangzieht, hat bis heute seinen malerischen Charme behalten. Der 183 Meter hohe Stadthügel Mont Saint-Clair am südlichen Stadtrand, ein Kalksteinfelsen, bietet vom Gipfel aus in alle Himmelsrichtungen Panoramaaussichten über die Gewässer. Der Hafen besteht seit Juli 1666.

Auf dem Weg über die Sandbank „Le Toc“ zum 19 km entfernten südwestlich von Sète gelegenen Ort Cap d’Agde befinden sich auf 15 km Länge verschiedene Sandstrände, die im Sommer von Einheimischen und Touristen zum Baden genutzt werden. Um den Étang de Thau haben sich im Laufe der Geschichte Fischer- und Winzerdörfer angesiedelt.

Wir sagen: Eine charmante Stadt, die tatsächlich an Venedig oder Aveiro in Portugal erinnert. Am heutigen Markttag tobt natürlich der Bär, alles tummelt sich zwischen den bunten Ständen. Wir holen uns eine Quiche Lorraine und eine Quiche Andalouse (sehr lecker, mit rotem Paprika und Chorizo) und eine Oliven-Fougasse und lassen uns treiben. So schee kanns Leben sein!

Serignan Plage: Club am Strand

Und vieles hat auch sein Gutes: Wir finden in der Nähe, im Nachbarort Serignan-Plage, einen super CP (mit demselben Namen), 5 Sterne, riesig (über 40 ha), und dort hat es noch einige freie Stellplätze. Wir können frei wählen und entscheiden uns für T41.

Der CP ist toll angelegt, mit mehreren Strandzugängen, riesigem Erlebnisbad für Kinder, Freibad im römischen Stil mit großem Whirlpool, Kneippgesundheitsgang, Massagestudio; Fleischer, Bäcker, kleiner Supermarkt, Lädchen, großzügige und saubere Sanitärs – alles da, echt super! Und das für 28 Euro pro Tag. Tiptop!

Der Strand und das Meer sind alleine schon das Geld wert 🙂 Wenngleich das Wasser etwas fröstelig ist… Uns stockt schier der Atem.

Wir fühlen uns rundum wohl und sind froh, hier gelandet zu sein!

Beziers unter den Platanen

Wir waren ja letztes Jahr schon mal hier und total begeistert von der Stadt. Und sind es wieder. Tolle Fassaden, Plätze, Läden. Das typisch südfrz. Flair, aber immer noch gepflegt. Wonderful place to be.

Ab in den Süden: Stellplatz Portiragnes

Der geübte Womobilist fährt zeitig am Freitag los, wegen An- und Abreiseverkehr. Aber dass so viel los ist Ende August, hätten wir auch nicht gedacht. Selbst nach Cromary, unserem ersten Zwischenstopp in der Franche-Comté, brauchen wir relativ lang. Aber gegen 21 h kommen wir gut an.

Der Platz ist matschig. Und das erleben wir am nächsten Morgen bei der Abfahrt mal wieder live: No go. Durchdrehende Reifen. Das Stresslevel steigt. Zum Glück haben wir unser Grip system (gelbe Auffahrlappen) und kamen mit viel Gefühl (und Glück) vom Platz. Schlammverspritzt. Aber egal!

Am nächsten Morgen, nach Einkauf in Devecey im Super U, geht es ab nach Portiragnes. Ab Lyon ein Stau. Ätzend. Wir brauchen 2 Stunden länger als gedacht, bis wir „Les Sablons“ erreichen. Und dann, unglaublich, gibt es für uns nur noch genau EINEN Stellplatz.

Blöd wie wir sind, fahren wir auch noch auf diesen Platz. An der Wand zur Straße hin, total eng. Axel hat Müh und Not, wieder rauszufahren. Bloß weg!!! Auf dem Womo-Stellplatz in Portiragnes, am Strand direkt, gibt es tatsächlich noch ein paar Plätzle. Uff.

Hingestellt. Spaghetti Carbonara gekocht und zeitig in die Heia.

Am nächsten Morgen springt Axel todesmutig ins Meer (scheinbar bitter kalt), bevor wir zusammenpacken. Und jetzt kommt es: Die Schranke ist mit Zahlenschloss verschlossen. Ich frage unseren frz. Nachbar, der weiß nur, dass man den Code im Office de Tourisme erfragen muss. Wo auch immer das ist.

Und dann, ein Geschenk des Himmels, ein dt. Kind kennt den Code: 2014. Flutsch, wir sind raus.

Also, für alle, merken: Jahreszahl!!!

Markttag

Wir haben immer wieder Spaß daran, über die kleinen französischen Wochenmärkte zu schlendern – heute in La Roque d’Anthéron. Von der Matratze über den Nagellack, von den Töpfen bis zur Kittelschürze, über afrikanischen Schmuck bis hin zum frischen Fisch: Alles da!

Wir kaufen ein Rumpsteak und „une saucisse de Toulouse“ sowie Salat und Tomaten zum Abendessen ein, für mich einen Overall und für die Mädels ein T-Shirt und bummeln noch ein wenig durch die engen Gässchen des Ortes. La Provence wie aus dem Bilderbuch.

Beim Ail-Stand, drittletztes Bild, haben wir uns aus Verbundenheit zu meinem Vater das Mitbringsel für la chère maman verkniffen…

Leider ist morgen schon wieder Zeit, die Rückreise anzutreten. Wir konnten uns toll erholen, haben schöne Städte, den Pool, Meer und Berge und die Natur generell genossen, Sonne und Schlaf getankt und wollen irgendwann wieder herkommen, schon alleine wegen des Marseille-Besuchs.

… Wahrscheinlich dann aber mit einem Cross-Motorrädle, weil die wirklich immer schlechteren Straßen unserem Henri (und unserem Kreuz) nicht guttun. Alors, on verra.

Eine Schildkröte auf Reisen wird auf jeden Fall weiterreisen!

Bories aus Kies

Die Überschrift stimmt natürlich nicht, sondern dient nur dem Reim :-). Sie sind aus Kalkplatten.

In der Nähe von Gordes, einem der schönsten Dörfer Frankreichs, befindet sich le Village de Bories: Ein Freilichtmuseum mit 20 restaurierten Bories = Steinhütten, die zwischen 200 und 500 Jahre alt sein sollen.

Die Bories waren bis ins 19. Jahrhundert in Gebrauch und dienten als Wohnung (man war damals definitiv kleiner… Axel und ich haben uns gleich mal den „Mäggel“ angeschlagen), Scheune, Schaf- und Schweinestall etc. Nicht klar ist allerdings, ob sie ständig benutzt wurden oder nur als zeitweise Unterstände dienten.

Eintritt p. P.: 6 Euro – ein Must-see!

Leider ziehen immer wieder örtliche Gewitter auf (und wir natürlich auf Henri mittenmang durch), so dass wir die Rollertour nur bedingt genießen können (tolle Schlucht bei Venasque – für Womos gar nicht geeignet, und für Radler mehr als bitter) und den geplanten Stopp in L’Isle-sur-la-Sorgue ausfallen lassen. Schade, der Ort mit seinen Wasserrädern und Cafés direkt am Flußufer sieht toll aus; dann halt beim nächsten Besuch dieser schönen Region.

In Mallemort (beim letzten Gewitter des Tages) noch schnell eingekauft und dann zurück zum CP. Heute gibt es Jakobsmuscheln und danach Sardinen. Es lebe la vie en plein air!

Cote Bleue

Selbst in der Nähe von Raffinerien und molochigen Großstädten gibt es traumhafte Plätze. So die „blaue Küste“, in unserem Fall Carry-le-Rouet: Ein malerisches, kleines Seebad, direkt ums Eck von Marseille.

Nach rund 1,5-stündiger Rollerfahrt kommen wir genau richtig zum Mittagessen. Und wir können sagen: Hammer, unerwartet vorzüglich, nouvelle cuisine direkt am Yachthafen. Wir haben noch nie so zarten Pulpo gegessen und so feine Nachspeisen. Das Menü für 26 Euro p. P. ist wirklich outstanding (und eine Flasche Weißwein für 21 Euro im Restaurant ist sicherlich auch nicht übertrieben!).

Proppenvoll machen wir uns auf zu einem Spaziergang auf dem Eidechsenweg, mit großartigem Blick auf die Felsküste und das Meer. In welches wir in Rouet-Plage auch noch reinhüpfen.

Quelle vie. Quelle beauté. Adorable.

Marseille, die Unerreichbare

Oh Mann. Alles generalstabsmäßig geplant.

Die Webers wollen nach Marseille. Klar ist, mit dem Womo NO GO. Und mit Henri genausowenig, nachher stehen zwei da…

Also: Internet-Research, Gespräch mit den CP-Inhabern. Ideal ist es, ab Bahnhof Lamanon zu fahren, direkt bzw. mit 1 x Umsteigen nach Marseille Zentrum. Laut Internet Hin-Rück für 26 Euro p. P., und da es in Lamanon keinen Fahrkartenautomaten gibt, muss = kann man im Zug beim Controlleur ein ticket kaufen. Und der kommt wohl häufig gar nicht rum… also schwarzfahren gut möglich… 🙂

Wie gesagt: Wir machen ja alles mit. Stehen am Bahnsteig – und dann kommt ein netter, alter Franzmann und weist uns darauf hin, dass kein Zug fährt wegen des Streiks der SNCF (daran schuld ist der blöde Hollande, wortwörtlich!). Es käme wohl ein Bus um kurz vor 14 h. Na toll, das lohnt ja nicht.

Also Plan B und auf zu einer kleinen Wanderung ins Lubéron-Gebirge. Anstatt Smog und Großstadt klare Luft, freier Blick und Sonne satt. Kontrastprogramm – aber auch sehr schön!

Durch den Mistral nach Arles

Auf in den Kampf, Torrero…, so könnte das Motto der Stadt heißen angesichts des imposanten Amphitheaters, das sie beherrscht!

Nach einer sehr böigen Fahrt, bei der Henri fast abgehoben wäre, kommen wir leicht mistralisiert im Stadtzentrum an und marschieren zur Arena. Eintritt p. P.: 6,50 Euro (inklusive Besuch des Theaters). Ein wirklich beeindruckender Bau, mehrere Etagen, ein Aussichtsturm mit großartigem Blick über die Stadt und ebenerdige Gänge. Irgendwie fühlt man sich direkt in die Zeit der Gladiatoren zurückversetzt (die hier z. Z. wohl auch Vorführungen geben…).

Auch das alte Theater ist mit seinen Säulen und verzierten Steinen sehenswert.

Ansonsten hat Arles, abgesehen von unzähligen Restaurants und Cafés, aber nicht wirklich viel zu bieten – Boutiquen und charmante Geschäfte findet man nur spärlich.

Auf dem Rückweg (immer noch durch einen extremen Mistral) machen wir Halt in Mallemort, wo das „Festival Sens Dessus Dessous“ gefeiert wird. Ich dachte da eher an Straßenmusikanten und Kleinkust – aber es ist eher Kunst für die Kleinen: Töpfern, Basteln, Nähen für die ortsansässigen Kinder. Süß gemacht! Aber für uns nicht das Richtige 🙂

Zurück am CP gehen wir noch ein bißchen schwimmen und genießen den Abend bei lecker Wein und „Marseillaiser Entrecote“ (ein Teil vom Rind, das hier so genannt wird – Axel sagt, es schmeckt vorzüglich!).

… a propos, das letzte Foto der Galerie ist der eindeutige Beweis, dass ich die Tochter meines Vaters bin!

Und die historischen Fakten aus Wikipedia finden sich im Anschluss an die Bildergalerie.

Arles hieß im Altertum Arelas oder Arelate (kelt. „Sumpfort“), wurde von den Galliern an Stelle des ligurischen Theline gegründet und von Gaius Julius Caesar 46. v. Chr. zur römischen Militärkolonie Colonia Julia Paterna Arelate Sextanorum gemacht.

Der Ort erhob sich bald zu hoher Bedeutung, wetteiferte mit Massilia (Marseille) im Handel und erreichte seine Blütezeit unter Kaiser Konstantin, der Arles vergrößerte, ausschmückte und den Beinamen Constantina gab. 395 wurde sie Hauptstadt Galliens. Im Jahre 402 wurde dann die Praefectura Galliarum, die oberste Behörde des römischen Westreiches, von Trier nach Arles verlegt.

In Arles kreuzte sich die Römerstraße Via Agrippa nach Lyon (Lugdunum) (und weiter nach Augusta Treverorum bis zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium) mit der Via Aurelia, die Massilia mit Rom verband.

Arles wurde im 3. Jahrhundert Sitz eines Bischofs, im Jahr 400 Sitz eines Erzbischofs. Als Hauptumschlagplatz wurde es in der Folge von Westgoten und Sarazenen mehrmals erobert und zerstört, dennoch behauptete es lange seinen Glanz; seit 536 zum Frankenreich gehörig, wurde es 879 Hauptstadt des Königreichs Burgund und kam mit diesem 1033 zum Heiligen Römischen Reich. Seit 933 stand die Stadt unter der Herrschaft des Erzbischofs, wurde 1220 unabhängig von ihm und 1237 für nur zwei Jahre Reichsstadt. 1251 unterwarf sich die Stadt Karl von Anjou und fiel 1481 mit der Grafschaft Provence an Frankreich. Der Erzbischof wanderte später nach Aix-en-Provence ab. Arles war bis 1801 Bischofssitz.

Saint-Rémy-de-Provence

Saint-Rémy-de-Provence ist eine französische Gemeinde mit 10.826 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Arrondissement Arles und ist Hauptort des gleichnamigen Kantons.

Durch den am 8. Juli 1641 geschlossenen Vertrag von Péronne, der jede französische Einmischung in Regierung oder Justiz Monacos untersagt, wurde Saint Remy der Familie Grimaldi übergeben, um dem Fürsten von Monaco dafür zu danken, dass er die Spanier aus der Region vertrieben hatte. Als Ausgleich für daraufhin in Spanien konfiszierte Gebiete erhielten die Grimaldi vier Lehen in Frankreich, darunter auch Saint Remy und Les Baux.

Am Donnerstag steht also römische Architektur und Stadtgeschichte auf unserem Programm. Und dieses Mal geht es schon früh los (nach dem morgendlichen Schwimmen), um 10:00 h schwingen wir uns auf Henry, und dann ab durch die Alpilles nach St. Rémy.

Die Ausgrabungen sind wirklich super: Ein großes Gelände, das man über einen Aussichtspunkt auch von oben betrachten kann. Eindrucksvoll! Eintritt p. P.: 7,50 Euro.

Und St.-Rémy-de-Provence ist nicht weniger schön, ein bezauberndes Lädchen nach dem nächsten. Es riecht nach Süden, Lavandel, Kräuter der Provence und nach Sonne. Schön.

Wir essen in einem kleinen Restaurant zu Mittag (Axel ein Entrecote mit 5 Pommes (!) und Pfeffersauce, ich einen Salat mit chèvre chaud, Ei und Avocado – sehr lecker, 33 Euro), bevor wir uns den Ort und die Kirche anschauen.

Und: Ischi und Sissi haben einen neuen Spielkameraden, Rémy der Bär. Soooo süß, in lavendellila.