Archiv der Kategorie: Reiseberichte
Chaos de Montpellier-le-Vieux
Die Felsformation liegt im westlichen Teil des Départements auf dem Hochplateau des Causse Noir. Nördlich liegen die Flüsse Tarn und Jonte, südlich liegen die Schluchten der Dourbie, im Westen liegt die Stadt Millau.
Die Felsansammlung umfasst ca. 120 ha. Entstanden ist sie durch Korrosion des Dolomitgesteins des Causse Noir. Ursprünglich wurde davon ausgegangen, dass es sich bei den Felsen um eine verfallene Stadt handelte, erst 1870 wurde eine Schneise zu den Felsen geschlagen. Der Speläologe Edouard-Alfred Martel kartierte die Felsen 1883 – 1884 als Erster.
Da bist Du sprachlos, das flasht. Montpellier-le-Vieux liegt ca. 35 km von unserem CP entfernt und wird als „sehr sehenswert“ klassifiziert. Und das ist es auch. Es geht über eine recht gut ausgebaute Route Departementale stetig bergauf, mit tollen Aussichten über die Causses (Hochplateaus), mit extrem variierenden Landschaften (Garrigues, Felder, Wald wie im Schwarzwald oder wie an der südfrz. Küste) und heute, am Dienstag, ohne jeglichen Verkehr. Unser Henri schlägt sich mehr als wacker, Hut ab. A la bonheur, er ist unser bestes Fatzerle im Stall (er wird von Axel allerdings auch gepflegt und getuned, und das ist gut so!). Wir schnättern so vor uns hin.
Und kommen an der Felsformation an: Eintritt für 2 Erwachsene: 12,50 Euro. Hört sich auf den ersten Blick teuer an, für ein „bißle Fels“… aber man wird belohnt! Der rote Wanderweg dauert knapp 2 h Stunden und bietet jede Menge Ausblick, fast schon mit Klettersteig-Charakter, jede Menge hoch und runter, auf Felsen, durch lichte Wälder, an Überhängen entlang… Ne pas manquer, das macht Dich nur noch sprachlos. Eindrucksvoll.
Blick auf St.Veran
Roc Nantais
14. April, Wanderung vom CP nach Cantobre über Roc Nantais nach Nant und zurück – angegebene Zeit: 8 km, 3 Stunden.
Oh je, was sind wir für tortues. ICH glaube ja, wir haben einen viel längeren Weg genommen, so langsam KÖNNEN wir nicht sein. Denn wir haben mindestens 4,5 Std.gebraucht….
Es war eine traumhaft schöne Wanderung, vom CP in Richtung Cantobre (ein Städtle mitten in den Fels gehauen), langsam aber stetig bergan, durch sehr unterschiedliche Vegetationen, mit Blick auf die verschiedenen Causses und Hügel. By the way: Wir tragen die weißen Handschuhe (natürlich von RECA) nicht als Mickey Mouse oder M. Jackson-Fans, sondern gegen die Sonnenallergie, die uns dieses Jahr BEIDE erwischt hat. Der Himmel ist blauer als blau. Der Wind wirft uns fast um. Die Sonne brennt. Es sind einzigartige Eindrücke.Wir laufen, und laufen, uns glühen die Sohlen. Und abwärts wird es noch anstrengender, Wurzelwege ohne Ende. Aber wir werden mit Eindrücken von Natur und Himmel belohnt, die man so selten sieht. Traum!!!!
Überführungsetappe nach Millau
13. April, Campingplatz „Le roc qui parle“, bei Nant
Wir haben von Martina und Klaus, unseren Bekannten aus Leverkusen (ein ganz liebes Paar – bis bald hoffentlich!), vom CP in Anduze, den Tipp bekommen (unter vielen und sicherlich sehr wertvollen! Wir haben alles notiert.), nach Millau zu fahren. Dort gibt es einen sehr schönen Platz auf einer kleinen Insel im Fluss Tarn, in Nähe der Stadt, und zudem die höchste Autobahnbrücke „Viaduc de Millau“ in Europa.
Das Viadukt ist mit 2460 m die längste Schrägseilbrücke der Welt und besitzt eine maximale Pfeilerhöhe von 343 m. Kosten rund 400 Millionen Euro.
Leider waren wir zu früh dran, der Platz „Les Rivages“ öffnet erst am 15. April. Und die umliegenden haben uns nicht gefallen (am Skaterpark, LKW-Sammelplatz o. ä.). Also, Campingführer konsultieren und überlegen.
Axel schlägt vor, ins Hinterland zu fahren nach Nant, an der Dourbie Schlucht, in den Parc Regional des Grands Causses. Gesagt getan. Wir landen auf dem Campingplatz „Le roc qui parle“. Ein bißchen einfacher als der in Anduze, aber nicht weniger charmant.
Wir werden von einer sehr netten, jungen Französin empfangen. Platz + Strom kostet am Tag 17,80 €, Baguette kann man ordern (wird um 9 h gebracht!), die Plätze sind sehr groß, mit Strom und Wasser in einigermaßen naher Umgebung, ein Sanitärhaus mit Duschen, Toiletten und Spül-/Waschbereich. Also, alles da! Es ist offensichtlich Vorsaison, auch hier sind wir max. 10 „Anwohner“. Toll, das gefällt uns.
Am CP befindet sich noch ein super Trimm Dich Pfad 2,5 km. Start direkt am Stellplatz. Heute 2 Runden gedreht.
Bambusgarten in Générargues
Wußtet Ihr, dass es über150 Sorten Bambus gibt? Zum Beispiel rappelschwarzen? Wir nicht. Geschweige denn, dass wir sie auseinander halten könnten.
Am Mittwoch hat das Wetter mitgespielt (nur mäßiger Wind, kein Regen!) und wir haben den Bambusgarten in Générargues (bei Anduze) besichtigt. Eintritt pro Person: 8,80 Euro – und die lohnen sich wirklich.Es ist ein riesiges Areal, auf dem nicht nur Bambushecken in groß und klein, Bambuswälder und ein –labyrinth stehen (alles mit Tafeln in Französisch und Englisch beschrieben), sondern auch noch verschiedene Gewächshäuser mit fleischfressenden Pflanzen, Orchideen und Kakteen. Außerdem wurde ein japanischer Garten (val de dragon) mit Bambus-Häusern angelegt – wirklich toll! Man kann in dort gut und gerne 3 Stunden verbringen. Daumen hoch, empfehlenswert!
Markttag in St. Jean du Gard
9. April: Mit Henri nach St. Jean du Gard – und weiter…
Beim Aufstehen hat uns noch die Sonne ins Gesicht gelacht – aber nicht allzu lange. Wir holen unsere bestellten Baguettes an der Rezeption und gehen dann gleich ohne Frühstück los, Richtung St. Jean du Gard, auf den Wochenmarkt. Uuuuh, kalt. Aber zum Glück (noch) trocken. Der Markt ist recht groß und umfangreich, Klamotte, Messer (und ein echter Scherenschleifer war auch vor Ort!), Schmuck, Essen + Trinken. Das war richtig nett: Wir saßen auf einer Bank und haben unsere Quiches gegessen, als eine ältere Dame vorbeikam und aus dem Nichts mit uns über die Schwalben, das Wetter, die Wanderwege, das Leben (il faut en profiter maintenant!), die europäischen Bisons etc. geplaudert hat. Passiert einem das wohl auch, wenn man in Heilbronn auf dem Markt sitzt und ein Laugenweckle isst???
Danach sind wir steile Hügel Richtung Mont Brion hochgefahren (Henri schlägt sich wacker, auch wenn er in diesem Terrain laut Axel kein Drehmomentwunder ist), und dann über Lasalle nach St. Hippolyte du Fort. Tolle Strecke, traumhaft schöne, abwechslungsreiche Landschaft (Mauern, Hochebene, Hügel, Mini-Orte) – aber das lässt sich wenig genießen, wenn der Tank gegen Null geht. Und Axel immer häufiger auf die Tankanzeige schaut… Wir schaffen es mit Müh und Not an die nächste Tanke. 9,31 € für 6 l. Danach haben wir uns einen Kaffee in der Bar du Printemps verdient.
Und sonst? Einkaufen von Wein + Sekt in der Cave Cooperative von Tornac (da haste bei der Degustation schon einen im Tee), Olivenöl am regionalen Verkaufsstand (13 €) und ein bißle Womo-Ausstattung im Briconautes. Ein schöner Tag, obschon das Wetter ein wenig besser sein könnte.
Warme Winde für Mama ohne Ei
Wanderung in den Cevennen
6. April: Le sentier de Valaurie
Auf der Wanderkarte sieht es immer locker aus. Auf der Wandertafel steht dann: 9 km, 3 Stunden. Und wir denken uns noch: Na, das ist aber was für ganz langsame tortue-leins….
Aber bis wir den Weg abmarschiert haben, sind es genau 3 Stunden. Viel bergauf, über steinige Wege, ohne jede Menschenseele, durch unterschiedlichste Wälder – belohnt mit traumhaft schönen Aussichten. Trotz Nieselregens. Richdig scheeee!
Anduze im Regen
Liebe Blog-Verfolger, wir freuen uns über Euer großes Interesse – schön, immer wieder von Euch zu hören.
Ina, ein bißle Toskana-Feeling gibt es hier tatsächlich… allerdings regnet es heute (aber das passiert in Bella Italia ja auch mal) und wir nutzen den Tag für Aufräumen (was in einem Womo zugegebenermaßen flott geht) und lesen. Außerdem haben wir mal wieder Gas gewechselt (wenn man heizt, geht so ein Fläschle recht schnell leer, auch wenn’s vom guten, blauen Butanbär ist!), 13 kg zum Preis von 29 Euro, hier auf dem Camping gekauft. Bei Regen und Schmuddel ist eine warme Heizung gaaaaaanz wichtig, auch um die Klamotten zu trocknen. Wir werden jetzt nämlich einen Regenspaziergang machen. Und so einen schönen Trockenraum wie bei Dir, liebe Burgi, haben wir im Womo natürlich nicht. Aber so isses halt, in die kleine Arielle kann ja nicht alles passen.
Und noch zwei ganz wichtige Fragen an die geneigten Leser:
1. Weiß jemand, wie man ein Baguette so aufbewahrt, dass es wenigstens ein paar Stunden knackig bleibt???
2. Und: Hat schon mal jemand bei eine Mobicarte von Orange den Tarif via Internet gewechselt?
–> Bitte auf heidi@latortue.de antworten.
Küsschen an alle!














