Versailles am Mittelmeer

Pezenas, im Hinterland gelegen, wird auch das Versailles des Herault genannt. Und das nicht umsonst, das ist eine richtig schöne Kleinstadt mit alten Bürgerhäusern, Kirchen und Plätzen und vielen Kunsthandwerkgalerien. Sehr schön. Moliere war mit seiner Theatergruppe wohl auch mehrmals da.

Und bei unserer Tour bestätigt sich auch, was der Michelin-Atlas mit einem oder mehreren Sternchen als Sehenswürdigkeit ausweist und was nicht.

Pezenas hat 2 Sterne, wirklich sehenswert. Die zweite Stadt, die wir uns anschauen, Agde, ist sternlos. Und das ist auch kein Wunder, denn sie wirkt abgewrackt und lieblos. Agde liegt sehr schön am Fluß Herault und wartet dort mit schwimmenden Restaurants auf. Allzu viel mehr zu sagen gibt es zu der Stadt aber nicht.

Ach doch, liebe Maman: Das ist doch das Marianderl, gell? Hab mich gleich zu ihr gesellt…

Alles in allem ist die Gegend um Beziers empfehlenswert und Portiragnes-Plage als Urlaubsort, vor allem auch für Familien mit Kindern, absolut toll – ewig weite Strände, flach abfallendes Meer, ein super Radweg entlang des Canal du Midi, die Möglichkeit, Pferde- oder Eselpromenaden zu machen. Mit Sicherheit ist für jeden was dabei!

Uns hat es hier sehr gefallen. Aber jetzt geht es weiter!

Schleusenwärterin

Der Canal du Midi („Kanal des Südens“) verbindet Toulouse mit dem Mittelmeer bei Sète. Er ist 240 km lang und verläuft über den Bergsattel zwischen den Pyrenäen und dem französischen Zentralmassiv. Der Kanal wurde 1681 fertiggestellt.

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die sechsstufige (ursprünglich achtsstufige) Schleusentreppe von Fonserannes bei Béziers, in der die Schiffe in sechs Etappen um 13,6 Meter gehoben bzw. gesenkt werden. Die Durchfahrt dauert bergwärts rund 45, talwärts 30 Minuten, wobei wechselweise zeitlich begrenzt nur hinauf oder nur hinunter geschleust wird.

Jaques Brel hat ihn ja schon stimmgewaltig besungen, den depressiven Eclusier (Schleusenwärter). Vielleicht wird der Berufsstand daher zwischenzeitlich von Frauen ausgeübt… Wir zumindest haben an den Schleusen in Portiragnes und Bezier SchleusenwärterINNEN angetroffen.

Das Schleusen ist sehr interessant anzuschauen, vor allem natürlich in Fonserannes, da ist richtig was los. Hat Spaß gemacht!

Türen

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Kitesurfen

… aber das sind natürlich nicht wir, sondern ein unerschrockener Franzose!

To have, to hold, to change, to restore, to miss

Nach gut zwei Monaten Reise unsere Liste (nicht vollständig, nicht allgemein gültig, nicht allein wahr) der Dinge, die man braucht, die immer fehlen, die uns kaputt gingen, die super sind – für alle Interessierten, für zukünftige Womo-Fahrer und unsere Follower:

Super sind: Fliegengitter an allen Fenstern und der Tür; das Panoramafenster; eine große „Küche mit Arbeitsfläche“; eine große Garage; der Outdoor-Chief-Kugelgrill; eine Gas-Absperrweiche; Remis-Dachfenster; das Alu-Wäscheständerle; die Zeit an der frischen Luft, zu zweit und dennoch unter Vielen; keine Zwänge; ein bequemes Doppelbett; die ACSI-Ermäßigungskarte (Campingführer mit tollen Plätzen und super Preisen in der Vor-/Nachsaison); verschiedene Adapter für Gasflaschen; Lovea-Anti-Moustiques/Guepes-Spray (wenn auch relativ teuer mit 6 bis 9 Euro); ganz viel Werkzeug (Axel sagt: Fast alles – ich sage: Natürlich von RECA NORM!!!); Axels Internet- und Musikinstallationen.

Was haben wir nicht (genügend) dabei: Bettwäsche; Badetücher; spezielle Sonnencreme (gegen Sonnenallergie mit hohem LSF); Sitzauflagen für die Campingstühle; 2-Takt-Öl; 220 Volt-Steckdosen im Womo.

Was ging (uns bislang) kaputt: Eine Frontscheibe durch Steinschlag; eine WC-Kassette; ein Wasser-Flöten-Kessel, Axels Wanderschuhe (jetzt löst sich die Sohle vorne UND hinten).

Was wir vermissen: Natürlich unsere Familie, Freunde und Kollegen; Tofu; Augenbrauenfärbemittel (weiß jemand, ob man das auch mit Haartönung machen kann???? Please inform, ich sehe langsam aus wie der Michel aus Löneberga…!)

Was wir nicht anders machen würden: Genau das, unsere Reise. UNSERE ZEIT.

Der Tag am Meer

Märkte am Meer

Von den Markthallen in Béziers hatten wir uns, ehrlich gesagt, mehr versprochen. Das Gebäude ist ein schöner Jugendstil-Bau, der Markt hat jeden Tag von Di. bis Sa. geöffnet – aber allzu viele Händler waren nicht vor Ort. Ein bißchen Fleisch/Wurst, Käse, Gewürze, Gemüse… aber sehr viele freie Flächen. Schade. Aber laut Axel auch kein Wunder: Man kommt ja kaum dorthin. Ein Flickenteppich aus Baustellen, Einbahnstraßen, gesperrten Durchfahrten. Wer soll dort schon hin wollen – bzw. überhaupt können???

Nach erneutem Bummel durch die Stadt (die lohnt auch 2 Mal oder mehr!) fahren wir nach Valras-Plage (vom CP ca. 15 km entfernt). Ein klassischer Strandort, mit vielen Hotels, Restaurants, Buden, Lädchen (ich MUSSTE mir noch eine pink-lila Harem-Hose kaufen, très francais, trés détendu!), aber immer noch charmant und nicht so grauenvoll retortig wie Cap d’Agde.

Hier wollen wir demnächst mal essen gehen, ich bin doch noch auf der Suche nach einer Bouillabaisse. Moules frites-Fans sind wir beide schon geworden; mit den Meeresschnecken und Austern freunden wir uns nur so halb-halb an… Jetzt sind wir mal auf die „Fischsupp“ gespannt.

Baisers de Beziers

Auf früheren Reisen in den Süden Frankreichs haben wir Béziers immer links liegen lassen, wahrscheinlich, weil wir dachten, die Partnerstadt von Heilbronn muss so häßlich sein wie Heilbronx selbst.

Weit gefehlt. Eine sehr schöne Stadt mit massenhaft Fassaden und Häusern aus der Gründerzeit, Cafés, Restaurants, hübschen, rassigen Südfranzösinnen, Winkeln, Gassen (aber auch unglaublich vielen Einbahnstraßen, Sackgassen, Baustellen…), alten Bauwerken, Kathedralen, Kirchen, Toren. Einfach super.

Wir beginnen unsere Stadterkundung im mittelalterlichen Garten und lassen uns dann einfach durch die Innenstadt treiben. Relaxed. Es ist warm, sonnig, laisser-faire und savoir-vivre in Einem.

Und: Klar wurde HN zerbombt. Aber hübscher hätte man es schon aufbauen können, so isses nicht. Wer also in der Gegend ist: Béziers unbedingt anschauen – hat auch schöne Lädchen für Mädchen!

Alors, pour tous: Baisers de Béziers!

Umfelderkundung auf dem Weg in den Süden

So, nun sind wir am Mittelmeer angekommen, in der Nähe von Béziers, Heilbronns Partnerstadt, in Portiragnes-Plages, auf dem CP „Les Sablons“. Ei, wie schön. Ein riesiges Areal, NICHT an der Autobahn gelegen, mit relativ großen Stellplätzen und wenig Schatten (im „echten“ Sommer sicherlich ein Problem – aber im Moment perfekt, wir genießen jeden prallen Sonnenstrahl!), verschiedenen Pools, Sportplätzen, Einkaufsmöglichkeiten… Alles da.

Und, das Beste: Direkter Zugang zum ewiglangen Sandstrand links und rechts, zu Mupfeln, so weit das Auge reicht, zu Dünen mit phantastischer Pflanzenwelt – das flasht. Und es ist so was von unaufgeregt, zumindest in der Vorsaison: Jedem zu empfehlen!!!

We like!

Wir werden nun hier die Umgebung erkunden, joggen, schwimmen, genießen und Seele-in-der-Sonne-baumeln-lassen, bevor es in Richtung Spanien geht. In Bewegung bleiben. Gleichwohl total entspannt.

Mont Vinaigre – über den Dächern von Cannes

Der Mont Vinaigre (deutsch Essigberg) ist mit 614 m, der höchste Berg des Esterel-Gebirges in der Provence in Südfrankreich.

Wandern in Frankreich ist wirklich kein Kindergeburtstag – die Wege sind gut ausgeschildert, aber zum Teil schon sehr steinig und unbefestigt. Bei den entsprechenden „rafales“ habe ich mitunter echt Schiss, aus den Wanderschuhen geblasen zu werden. Zersauseln tu ich eh schon die ganze Zeit…

Um und auf dem Mont Vinaigre treffen wir auf eine sehr abwechslungsreiche Flora und es eröffnen sich die traumhafte Ausblicke, auch auf die schneebedeckten Alpen. Sehr, sehr schön. Und so ist es eben: Die schönsten Momente und Eindrücke muss man sich nun mal erarbeiten, mit rauchenden Sohlen und im Wiwawuschellook!