Zwischenstopp im Norden

Am Dienstag, 8. November 2016, geht es weiter in Richtung Portugal – nach 3 wunderschönen, warmen Wochen in Frankreich.

Der erste Zwischenstopp wird in Spanien, in Zaragoza (in der Nähe des Flughafens) eingelegt. Der CP liegt gut, hat recht große Stellplätze mit befestigtem Boden (eine Nacht mit Strom: 24 Euro), ist aber stark von Engländern / Iren bevölkert, die in der Gegend zu arbeiten scheinen. Seltsames Volk, immer laut, rücksichtslos… komisch.

Daher fahren wir am nächsten Morgen auch gleich weiter, über Valladolid und Braganca nach Valpacos, im Großraum Braganca / Vila Real, auf den ganzjährig geöffneten CP. Die ÜN mit Strom kostet 9,12 Euro (wir kaufen auch gleich noch den port. Campingführer für 7,60 Euro) – an sich ein schöner Platz, direkt am Fluss, nicht parzelliert, Strom und Wasser gut erreichbar überall.

Allerdings ist es hier recht frisch und die Sanitärs sind weder gepflegt noch beheizt (ob es Warmwasser gibt, ist fraglich…) – also wieder: Eine Nacht, dann weiter.

Kleine Randnotiz, was mir in 3 Jahren Womo und Abspülen nicht passiert ist: 2 Teller verkanten sich dermaßen im Topf bzw. schließen hermetisch ab, so dass wir sie nicht mehr herausbekommen. Weder mit warmem Wasser noch mit Klopfen, Hauen, Messer am Rand entlangfahren… Da hilft nur der Griff zum Hammer und Axel schlägt die zwei entwzei und somit raus aus dem Topf. Tja, Verlust hat man immer ein bißchen 🙂

Miramar reloaded

An unserem letzten Tag in Frankreich lassen wir es uns nochmals so richtig gutgehen. Wir fahren zum Mittagessen ins nahgelegene Örtchen Canet-en-Roussillon, um dort an der Strandpromenade im Restaurant „Miramar“ einzukehren.

Ein sehr stylisches Restaurant mit toller Karte. Axel nimmt ein Fischtöpfchen mit 3erlei Fisch, Muscheln und einer Riesengarnele, ich ein kurz angebratenes Thunfischsteak (super mariniert) mit etwas Grillgemüse. Wirklich hervorragend – bei Restaurants, die Miramar heißen, haben wir bislang immer gute Erfahrungen gemacht 🙂

Wir genießen nochmals blauesten Himmel, einen ewig langen Strand und das französische Savoir-vivre.

Perpignan: Sonntags Ruhetag

So kommt es einem in manchen Gassen fast vor, direkt ausgestorben…

Schön ist die Stadt, mit dem risiegen Palast der Könige von Mallorca, einen sehr großen Kathedrale und weiteren Kirchen, dem alten Stadttor mit Turm, und sehr vielen hübschen Schuh- und Klamottenläden. In dem Fall gilt für meinen Geldbeutel: Zum Glück geschlossen 🙂

Nach einem ausgiebigen Stadtbummel genehmigen wir uns in einem Café noch einen Kaffee und ein Gläsle Rosé, bevor wir wieder an den CP zurückfahren.

Fazit: Lohnenswerte Stadt, aber mit einigen dunklen Gassen, die den Spruch von Zarkozy, von wegen Kärchern, heraufbeschwören.

Besuch bei den Vorfahren

… und in unserer eigenen Vergangenheit: Wir waren vor ca. 18 Jahren schon im Urlaub in Tuchan / Corbières und von dort aus im prähistorischen Museum von Tautavel. Und hierhin sind wir heute vom CP in Latour-Bas-Elne – über Bages, Thuir und Millas – mit Henri gefahren.

Eintritt ins Museum p. P.: 8 Euro, Audioguide inklusive. Ganz schön intelligente Kerlchen waren unsere Vorfahren, mit Steinwerkzeugen zum Jagen und „Schlachten“. Allerdings hatten wir das Museum größer und imposanter in Erinnerung… aber wahrscheinlich sind wir heute durchs Internet und das ganze Multimediazeugs schon zu verwöhnt 🙁

Das Wetter wechselt von sonnig zu bewölkt zu ganz wolkenverhangen. Die Rückfahrt geht über Tuchan, die Eialarm-Strecke von damals, nach Rivesaltes und mit dem allerletzten Tropfen Sprit zum Carrefour nach Claira. Wahnsinn, das ist ein Gewerbegebiet, da gibt es gefühlt alle Einkaufsketten.

Schön war der Ausflug in die Vergangenheit! Und wir sind vor dem Regen wieder gut und trocken am Platz.

Florida Knights

Nach der Provence geht es an die spanische Grenze, nach Elne, bei St. Cyprien bzw. Perpignan.

Hier waren wir noch nie.

Der CP Le Florida hat ganzjährig geöffnet, mit riesigen Stellplätzen und dem lustigsten Sanitaire, das wir bislang gesehen haben: Eine Ritterburg. Wer kommt auf so eine Idee?

Aber: Sauber, beheizt, großzügig, tolle Duschen und WCs, Föns – top!

Wir fahren nach St. Cyprien zum Mittagessen (Muscheln (Curry und Sahne) + Pommes), schlendern über den relativ großen Markt und kaufen dort Gemüse fürs Abendessen ein, und dann geht es gerade noch vor dem leichten Nieselregen (bei 16 Grad… Gruß an DE bei 5 Grad…) zurück zur Arielle. Und den 3 süßen Katzen, die uns adoptiert haben 🙂

Nachbardorf

Nie die Nahfelderkundung vergessen 🙂

Henri und wir fahren ins nahgelegene Rousset (wo wir bislang nur im Gewerbegebiet eingekauft hatten) und schauen uns das Örtle an. Nett, ganz original, kein Touri-Nepp. Mit Saint Rémy, das kaum 100 km entfernt ist, ist die Ecke nicht zu vergleichen: Die Läden, die es gibt, sind geöffnet, es gibt keine Lavendelsäckle-Seifen-Grillen-Kräuter-Souvenirs. Sondern ein Tabac, 2 Bars, 1 Bäcker. Und Franzosen, die einkaufen bzw. essengehen.

Eine wunderschöne Seite der Provence, die wir noch nicht kannten. Ein sehr schöner CP mit kostenlosem Internet, mit einer sehr netten Besitzerin – like like like, absolut zu empfehlen!

Gipfelstürmer

Anscheinend erwandern rund 700.000 Personen die Montagne Ste. Victoire pro Jahr. Und tatsächlich, hier ist echt Druck auf der Kiste. Wir sind kurz nach 11 Uhr am Parkplatz am Barrage du Lac Bimont in der Nähe von Aix, und es ist schon richtig was los.

Ich dachte eigentlich, wir würden eine Tour um bzw. entland des Stausees machen, aber weit gefehlt: Es geht von Anfang an steil bergauf, über recht rutschige und ausgetretene große Steine – und vor und hinter uns massenhaft Wanderer. Das sind wir in FR gar nicht gewohnt, wir fühlen uns teilweise etwas getrieben.

Und in der Steigung kein Ende in Sicht. Mir wird es manchmal richtig mulmig, weil der Abhang nah und extrem tief ist. Uuuuuh. Zum Glück kommt noch vor dem Kreuz des Südens eine Abzweigung, wieder in Richtung Stausee. Aber auch die hat es in sich, es geht wirklich fast senkrecht den Steinhang runter. Gruselig, ich laufe wie auf rohen Eiern – Axel meistert das um Längen besser.

Ich mache tausend Kreuze, als wir unten wohlbehalten ankommen.

Von dort geht es nochmals 1,5 Stunden über gut ausgebaute Schotterwege hoch und runter zurück an den Stausee. Eine sehr anstrengende Wanderung von 3,45 Stunden, die uns aber mit einem grandiosen Panorama, bei bestem Wetter und sehr warmen Temperaturen, belohnt hat. Für Trittfeste absolut zu empfehlen!

Markt in Gardanne? Am Stahlwerk rechts vorbei

Gardanne ist eine Kleinstadt neben Aix-en-Provence mit 19.000 Einwohnern. Das Stadtbild wird heute noch von einem Thermalwerk und einem im Jahr 2003 stillgelegten Berg-Aluminiumwerk dominiert. Das ist irgendwie eine Kulisse wie aus einem Mad Max-Film…

Aber der Markt in der Innenstadt ist um so schöner: Sehr viele Stände (laut Internet 300 Aussteller), wenig Touri-Ramsch, sondern offensichtlich etwas für die Einheimischen. Vom Lebendvieh (frisch geschlüpft bis ausgewachsene Pute) über Filzhausschuhe bis hin zu tollen Pelzcapes (aus Fuchs, Kaninchen und, zumindest hat es sich so angefühlt, aus Nerz – allerdings alle ab 300 Euro aufwärts) – für jeden ist etwas dabei 🙂

Wir kaufen aber nur ein paar Sicherheitsnadeln für 0,80 Euro, Lammfleisch, einen Romanesco, ein Baguette und eine Pizza auf die Hand.

Das Kreuz des Südens von Norden bestiegen

Gleich vorweg geschickt: Bild 2, 3 und 4 zeigt unsere Begegnung mit einer hellgrün-braun gestreiften Schlange. Wir sind in den Tod erschrocken… die eher nicht, sie hat sich einfach in den nächsten Baum geschlängelt.

Wir wollten schon immer mal zum Kreuz des Südens, und nun hat es geklappt. Zwar sind wir nicht dorthin gewandert, sondern „nur“ auf den Pic des Mouches (Mückenkopf), aber das hat schon gereicht. Viele Höhenmeter auf kurzer Distanz – ich dachte, mir hüpft das Herz aus dem T-Shirt – aber dann, oben angekommen: DER Rundumblick. Auf den Mont Ventoux, die Seealpen, die umliegenden Berge, Hügel, Felder und Weinberge. Es ist jeden Schritt wert!

Und wie so oft in FR: Entweder Du hast Mirage-Tiefflieger über dem Meer. Oder heute auf dem Berg Militärhubschrauber im Tiefstflug, ich hatte echt Angst, dass mir die Rotorblätter das Frisürle abrasieren. Unglaublich.

Cassis le grand bleu

Mon dieu, le grand bleu. Oder: Auf einen Kir Royal nach Cassis. Von unserem CP sind es knapp 40 km, direkt in den Süden, Großrichtung Marseille bzw. les Calanques. Welch ein schönes Städtchen, am Hang zum Meer / Hafen hin gelegen – und das bei voller Sonne! Ein Traum, azurblauer Himmel, azurblaues Meer, Klippen, eine lebendige Uferpromenade… so schön.

Leider haben wir keine Badesachen dabei und können uns so nicht unter die vielen Menschen mischen, die sich sonnen und im Meer schwimmen.

Wir begnügen uns also damit, in einem schönen Restaurant an der Uferpromande zu Mittag zu essen (1 Kir vin blanc (5,50 Euro anstatt 12 Euro für einen Kir Royal :-), 2 x Moules Frites à la Marinière, 2 Cafés, 1 Fläschle hiesigen Weißwein = 80 Euro) und durch das Örtle zu bummeln.

Die Rückfahrt geht über Le Cap Canaille (spektakuläre Aussicht, der Hammer!), La Ciotat und St. Maximin zurück. Ein toller Tag!