Och menno, Akku leer

Es kann wohl kaum blödere Reiseziele geben, um nicht fotografieren zu können, als Avignon…

Tja, aber in fast sechs Monaten Reise, Paparazzi-Leben und auf der Suche nach dem schönsten Gebäude, Ausblick, Himmel, Kuriosem, Tür oder Blümchen, passiert so etwas eben auch einmal.

Zum Glück gibt es Postkarten, grins…

Und wir genießen den Bummel durch die lebhaften Gassen, entlang des Papstpalastes (Wahnsinn, dieses Bauwerk), vorbei an den vielen Kirchen, geschmückten Fassaden und netten Boutiquen, auch ohne Foto sehr.

Einfach schön hier.

Und bei unserem nächsten Besuch, der hoffentlich nicht mehr so lange auf sich warten lässt wie der letzte mit Mom & Dad, wird auch wieder fleißig geknipst!

Böen über den Höhen

Es gibt Wind, es gibt den Mistral und es gibt les rafales (Böen) – und die Kombination daraus ist für Henri, den kleinen Roller, echt zu gefährlich. Wir haben Müh und Not, an den Ausgangspunkt unserer Wanderung – Le trou du Rat – zu kommen, so sehr bläst der Wind.

Und auf den Höhen angekommen, geht es erst richtig los… Die Wanderung an sich ist total entspannt und wenig anstrengend, aber wir müssen uns wie irre gegen den Wind stemmen und dagegenarbeiten. Manchmal halten wir uns an den Händen, um Halt zu haben. Hammer! Auf einem Tausender oder einem schmalen Berggrat möchte ich bei solch einem Wetter nicht sein…

Der Blick jedoch, das Blau, die Luft und die Abgeschiedenheit sind bei Windstärken von 0 bis 100 km/h atemberaubend. To be experienced.

Im Wohnzimmer der Provence

Wikipedia sagt: Salon-de-Provence (früher Salon-de-Crau) ist eine Stadt mit 43.152 Einwohnern (Stand 1. Januar 2010) in Südfrankreich, im Département Bouches-du-Rhône, der früheren Provinz Provence. Sie liegt zwischen Aix-en-Provence, Arles, Cavaillon und Marseille an der Autobahn A 7 (Lyon-Marseille). Auch der Luftwaffenstützpunkt BA 701 (base aérienne 701), auf welchem die Patrouille de France beheimatet ist, befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Salon-de-Provence.

Salon-de-Provence ist der Wohn- und Sterbeort von Nostradamus, einem Arzt und Autor von Prophezeiungen des 16. Jahrhunderts. Sein Haus in der Altstadt wurde als ihm gewidmetes Museum eingerichtet.

Der Moosbrunnen, ein echtes Wahrzeichen der Stadt, bestand schon im 16. Jahrhundert. Kalkablagerungen ließen die Brunnenschalen, das Moos und den Pflanzenbewuchs zusammenwachsen und verleihen dem Brunnen seine heute so charakteristische Form.

Wir sagen: Eine superschöne Stadt, von der wir zumindest noch nichts gehört hatten, bis Aurélien uns von seiner Heimatstadt vorgeschwärmt hat. Und zu Recht, es gibt viel zu sehen, unter anderem allerorts moderne Plastiken und Skulpturen. Und nicht nur Lädchen für Mädchen, sondern auch a good choice for boys!

From cats and kitten

Juhu, da lacht unser Herz mal wieder – in einer Hecke gleich ums Eck lebt eine junge Katzenfamilie: Mama Schwarz-Weiß und drei kleine Junge, weiß-braun-getigert. Zu süß, die Kleinen!

Dass sie den leckeren Comté-Käse mögen (und direkt hart umkämpfen, da werden die Tatzen gleich doppelt so groß, und gefaucht wie bei Tigers!), zeigen die nachfolgenden Impressionen der „Käse-Orgie“.

Ooooch, ich würde so gerne eine ins Womo schmuggeln… Ich hab schon eine rausgesucht und sie Tapsi getauft…

Egal wie, morgen kaufen wir Katzenfutter, damit die Kleinen in den Tagen, die wir noch hier sind, wenigstens was Adäquates zum Essen bekommen!

Stürmische Ausblicke

Der Mistral wird seinem Ruf gerecht: Er bläst das schlechte Wetter weg, aber bringt dadurch schon etwas kühle Luft und starke Böen mit sich.

Wir haben daher für heute beschlossen, nur wenig zu fahren und mehr zu laufen. Vom Nachbarort Merindol aus wollen wir den Rundweg 8 laufen – leider verpassen wir den Einstieg und befinden uns plötzlich auf dem gelben Weg durch die Combe de l’Euse stetig bergan (wie auch sonst?) auf die Rochers de Cairas. Der Blick während des Anstiegs und oben auf dem Gipfel ist aber jeden Schritt wert – welch wunderbare Landschaft. Man spürt schön den Herbst, die Farben werden anders… aber es ist ein Traum, durch die Sonne zu marschieren und diese Weite der Provence zu genießen.

Eine ganz persönliche Liebeserklärung…

… an die zwei Männer unserer Reise!

Henri, der heimliche Star, hat uns während der vergangenen 5,5 Monate unglaublich treue Dienste geleistet, nahezu ohne ein Aufmucken. Bergauf, bergab, bei Böen, in der Kälte, in der Hitze, bei Regen, Wind und anhaltendem Sonnenschein.

Und dann, an der Mosel, hat es auf einmal „grrcrgfferdfjdfjaewifefrrrr“ gemacht. Aber er lief noch, kein Thema. Bis heute bzw. heute auch noch, aber nur unter Ächzen, weil sich die Gänge nicht mehr schalten ließen. Da steht die kleine Heidi ganz schön bedöppelt da – was tun?

Und ich kenne niemanden, der so souverän und versiert mit solchen Momenten umgeht wie Axel.

Da wird der Vermutung direkt auf den Grund gegangen, dass es das Schaltkreuz (und somit ein nicht reparabler Schaden im Moment, weil keine Ersatzteile vorhanden…) sein könnte. Weg mit der Backe, Henri auf die Seite gelegt und mit der Demontage begonnen. So ist mein Mann, da wird nicht gefackelt oder lamentiert.

Und bei der Fehlersuche kommt dann zutage, dass es den Schaltzug komplett zerlegt hat – Axel hat so etwas in seiner „Scooter-Karriere“ auch noch nicht gesehen. Wahrscheinlich waren Henri die letzten 7.000 km zu viel…

Mit Lötkolben, neuen Nippeln und Zügen lässt sich Henri nun wieder schalten – und ich weiß einmal mehr, dass mein Mann einzigartig und ein echter Crack ist. Danke für alles!

Dallidalli-Kunstfotografie

10 Sterne auf 15 km: Unerreicht!

Obwohl gar nicht so weit von Apt oder Lourmarin entfernt, kennen wir diesen Teil des Lubéron noch nicht. Zum Glück hat uns unsere letzte Etappe hergeführt, es ist wunderschön hier!

Unsere Rollertour führt uns von Mallemort durch die Kette der Alpilles nach Les Baux-de-Provence, eines der schönsten Dörfer Frankreichs (3 *). Zu Recht, ein Felsendorf, malerisch, verwinkelt, mit tollem Ausblick bis in den Etang de Berre. Das Wetter hätte etwas besser sein können, aber dennoch: Ein absolutes Muss für Besucher dieser Region! Drumherum winken noch St. Rémy-d.-P., die Alpilles selbst, die röm. Ausgrabungsstätte Glanum und Les Antiques mit Sternen. Eine unerreichte Stern-Dichte auf kleinstem Raum!

Ab durch die Hecke

Unsere letzte Etappe der Reise soll zu Ende gehen wie sie begann: In Frankreich.

Wir wären gerne in Bad Hindelang geblieben, um zu wandern, mit Familie und Freunden zusammen zu sein und den Spätsommer zu genießen. Aber der hat sich entschieden, gleich in den Vorwinter überzuwechseln. Im Tal Regen bei 7 Grad, auf den Bergen Schnee. So soll unsere Reise nun wirklich nicht enden.

Also, wieder unserem Motto folgen und in Bewegung bleiben. Ein ausgiebiger Blick auf die Wettervorhersagen zeigt: In der Provence soll es schön sein. Wir fahren also, wie am 2. April schon, nach Cromary bei Besancon, um dort auf dem Weg in die Provence einen Zwischenstopp einzulegen.

Von dort soll es weitergehen nach Mallemort, in die Nähe von Aix-en-Provence.