Juhu, die Sonne blinzelt durch – ab ins Wasser!
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Wasser am Steigen
Manchmal ist man auch auf der Flucht… Seit Montag Nachmittag hat es in Argelès-Gazost stark geregnet, und das bei sinkenden Temperaturen, so Richtung 13 Grad. Auf Heizen hatten wir eigentlich keinen Bock mehr!
Beim Aufwachen heute Morgen war unser Stellplatz schon sehr matschig und wir haben daher beschlossen, aufzubrechen und loszufahren. Und das war gut so: Der Fluss Gaves ist jetzt schon weit über die Ufer getreten und Meteo France gibt „rote Unwetter- und Überschwemmungswarnungen“ für diese Ecke der Pyrenäen aus. Uff, alles richtig gemacht, Arielle, Henri, Ischi und Sissi sowie uns relativ trockenen Fußes in Sicherheit gebracht!
Jetzt sind wir zwischen Limoux und Carcassonne auf einem CP, hoch oben auf dem Berg.
Dennoch: Wir möchten unbedingt nochmals dorthin zurück, um die vielen Wanderstrecken, Berge und gepflegten Ortschaften zu erleben – die 5 Tage dort waren viel zu kurz.
Latest news von 18.06.2013, gegen frühen Abend: Wegen schwerer Überschwemmungen ist der berühmte Wallfahrtsort Lourdes im Südwesten Frankreichs für Besucher geschlossen worden. In der Grotte, in der einem Hirtenmädchen 1858 die Jungfrau Maria erschienen sein soll, stand nach den heftigen Regenfälle der vergangenen Tage das Wasser 1,40 Meter hoch, wie die Wallfahrtsstätte mitteilte. Während am Vormittag zunächst die tieferliegenden Stätten des Wallfahrtsortes gesperrt wurden, machten am Nachmittag auch die höherliegenden Orte wie der Pilgerweg und mehrere Kirchengebäude dicht.
Der durch die Stadt fließende Fluss Gave de Pau trat wegen heftiger Regenfälle über die Ufer, der Pegel dürfte auf 3,50 Meter über dem Normalwert ansteigen. „Das wird vermutlich das Hochwasser vom Oktober 2012 übertreffen“, sagte ein Sprecher des Wallfahrtsortes mit Blick auf die Überschwemmungen, die im vergangenen Jahr Schäden von mehr als 1,3 Millionen Euro verursacht hatten.
Nahe am Abgrund: Col d’Aubisque
Der Col d’Aubisque ist ein 1.709 Meter hoher Gebirgspass in den französischen Pyrenäen. Von Westen nach Osten verbindet er Laruns im Vallée d’Ossau mit Argelès-Gazost im Tal des Gave de Pau. Auf der Westrampe liegen der Kurort Eaux-Bonnes und die Skistation Gourette, die Ostrampe führt über einen weiteren Pass, den 1474 Meter hohen Col du Soulor. Der Col d’Aubisque ist einer der bekanntesten Anstiege der Tour de France, die ihn bereits 71 Mal überquerte.
Oder sollen wir den Bericht nennen: Henri, der Gipfelstürmer? Gipfel der Schöpfung? Kennen die hier keine Leitplanken? Was, bitte, machen überall die „wilden“ Pferde? Hut ab vor den Radfahrern? Menschlein, bist Du klein?
Wirklich, die Rollertour bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von über 30 Grad – von Argeles-Gazost über den Col de Soulor zum Col d’Aubisque und von dort zum Lac d’Estaing – ist einzigartig. Ein Panorama jagt das nächste, schneebedeckte Gipfel, klarer Blick, Schafe und Pferde, die die Straßen überqueren und Rouleure/Grimpeure, so weit das Auge blickt.
Traumhaft. Wenn das Meer die Sinne beruhigt – dann verzaubern die Berge die Seele.
Der Aubisque ist übrigens seit Samstag erst frei/offen – der Tourmalet ist nach wie vor wegen der unglaublichen Schneemengen gesperrt! Eine Französin aus Tarbes hat uns erzählt, dass in diesem Winter der absolute Rekord gebrochen wurde: 10 Meter Schnee dort oben!
Die Pyrenäen sind ein begeisterndes Fleckchen Erde. Wer Zeit hat, gut zu Fuß ist und Natur satt liebt, der ist hier 100 % richtig.
Pont d’Espagne – Wasser am Fallen
Tour Tortur
Pic du Pibeste (1.349 m). Dieser Gipfel steht für uns ab sofort als Sinnbild für steilen Auf- und Abstieg, für Schweiß in Strömen, für erhöhten Puls und zeitweise das (unterschwellige) Gefühl, nicht mehr weiter zu wollen… Und gleichzeitig für eine wunderbare Natur mit Orchideen, Walderdbeeren, kreisenden Adlern und einzigartigem Rundumblick auf die verschiedenen Pyrenäen-Gipfel und die Täler, bis hinunter nach Lourdes.
Zum Glück vergisst das Gehirn die Strapazen schnell wieder, sonst würden wir nach dieser Wanderung (wir sind von 420 m aus gestartet) wahrscheinlich keine Wanderschuhe mehr anziehen – insbesondere der Abstieg war eine reine Tortur.
Aber wir sind schon wieder versöhnt und denken über die nächsten Touren nach.
Mein Freund der Bär, Etienne-Ours
Gegenüber unserem CP liegt der Parc Animalier des Pyrénées. Eintritt pro Person: 14 Euro. Die lohnen sich, es ist ein großer, weit angelegter Tierpark mit Bären, Luchsen, Wölfen (die werden um 22:15 Uhr gefüttert, das Geheule hören wir abends auf dem Platz, super!), Flamingos, Bisamratten u. v. m.
Und natürlich Axels neuem Freund, Etienne der Bär. Wobei… mich hat er auch in den Arm genommen… Grins…
Nicht verpassen, wenn man in der Gegend ist!
Und zum Thema Insektenhotel, cher papa, hier zwei Eindrücke. Ich denke, Du hast Dir die große Variante vorgenommen, gell? Dann hol Dir vielleicht gleich eine Baugenehmigung der Stadt Weinsberg ein… Bon courage!
Zauberberg
Thomas Mann macht’s vor: Das Leben in der Kurstadt. Argeles-Gazost (3.500 Einwohner) liegt auf 400 Metern und hat Thermalquellen (für/gegen Venen- und Atemwegserkrankungen). Nach dem gestrigen Hochsommerwetter (32 Grad) bei unser Ankunft ist es heute nieselig-bewölkt und wir nutzen den Tag also zur Akklimatisierung und Erkundung.
Wir haben uns die Bebauung ganz anders vorgestellt, irgendwie kleiner, südlicher. Und was finden wir? Große Villen, Schieferdächer, gepflegte Grundstücke, eine lebendige Innenstadt mit Käsereien, Sportshops und diversen Lädchen. Es ist für uns einfach fantastisch, wie viele Eindrücke, Neues, Bezauberndes wir erleben dürfen.
Bei unserer Erkundungstour läuft Axel die neuen Lowa-Wanderschuhe ein: Bequem! Zum Glück, die können wir in den nächsten Tagen bei den geplanten Touren sicherlich gut gebrauchen. Ich bin ja noch auf den alten Schlappen unterwegs, hihi.
Berghotel
… mit Kaninchen, einem traumhaften Sanitärbereich und tollen Schwimmbädern – das ist unser derzeitiger Aufenthaltsort in Argeles-Gazost, der CP „Les 3 vallées“, an der Pforte des Pyrenäen-Nationalparks.
Sehr große, schöne Stellplätze, wirklich phantastische Bäder/Duschen à la Priesteregg, und überall springen Kaninchen herum. Das ist zum Schießen, echt! Und zum ersten Mal auf unserer Reise treffen wir auch Behinderte auf einem Campingplatz, was mit Sicherheit am nahe gelegenen Wallfahrtsort Lourdes liegt. Super, dass es diese Möglichkeit gibt.
Wir waren heute im überdachten Bad schwimmen – da denkst Du, Du bist im Kurthermalbad: Warm, mit Jacuzzis, Massagedüsen und -brausen. Voller Komfort in unserem Berghotel!
Versailles am Mittelmeer
Pezenas, im Hinterland gelegen, wird auch das Versailles des Herault genannt. Und das nicht umsonst, das ist eine richtig schöne Kleinstadt mit alten Bürgerhäusern, Kirchen und Plätzen und vielen Kunsthandwerkgalerien. Sehr schön. Moliere war mit seiner Theatergruppe wohl auch mehrmals da.
Und bei unserer Tour bestätigt sich auch, was der Michelin-Atlas mit einem oder mehreren Sternchen als Sehenswürdigkeit ausweist und was nicht.
Pezenas hat 2 Sterne, wirklich sehenswert. Die zweite Stadt, die wir uns anschauen, Agde, ist sternlos. Und das ist auch kein Wunder, denn sie wirkt abgewrackt und lieblos. Agde liegt sehr schön am Fluß Herault und wartet dort mit schwimmenden Restaurants auf. Allzu viel mehr zu sagen gibt es zu der Stadt aber nicht.
Ach doch, liebe Maman: Das ist doch das Marianderl, gell? Hab mich gleich zu ihr gesellt…
Alles in allem ist die Gegend um Beziers empfehlenswert und Portiragnes-Plage als Urlaubsort, vor allem auch für Familien mit Kindern, absolut toll – ewig weite Strände, flach abfallendes Meer, ein super Radweg entlang des Canal du Midi, die Möglichkeit, Pferde- oder Eselpromenaden zu machen. Mit Sicherheit ist für jeden was dabei!
Uns hat es hier sehr gefallen. Aber jetzt geht es weiter!
Schleusenwärterin
Der Canal du Midi („Kanal des Südens“) verbindet Toulouse mit dem Mittelmeer bei Sète. Er ist 240 km lang und verläuft über den Bergsattel zwischen den Pyrenäen und dem französischen Zentralmassiv. Der Kanal wurde 1681 fertiggestellt.
Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die sechsstufige (ursprünglich achtsstufige) Schleusentreppe von Fonserannes bei Béziers, in der die Schiffe in sechs Etappen um 13,6 Meter gehoben bzw. gesenkt werden. Die Durchfahrt dauert bergwärts rund 45, talwärts 30 Minuten, wobei wechselweise zeitlich begrenzt nur hinauf oder nur hinunter geschleust wird.
Jaques Brel hat ihn ja schon stimmgewaltig besungen, den depressiven Eclusier (Schleusenwärter). Vielleicht wird der Berufsstand daher zwischenzeitlich von Frauen ausgeübt… Wir zumindest haben an den Schleusen in Portiragnes und Bezier SchleusenwärterINNEN angetroffen.
Das Schleusen ist sehr interessant anzuschauen, vor allem natürlich in Fonserannes, da ist richtig was los. Hat Spaß gemacht!















































































































































































































