Canigou im Schnee

Am 2. Januar 2017 treten wir die Heimreise an, um meine Mutter am 10. zu ihrem 70. Geburtstag zu überraschen. Die Tour geht von Evora in einem Schwung nach Zaragoza, auf den uns bekannten CP – durch Regen, Nebel und leichtes Schneetreiben. Uhhhh.

Von dort geht es nach einer Übernachtung nach Latour Bas-Elne, auf den CP Florida, wo wir noch einige Tage in der Wintersonne verbringen, wandern und die Meeresbrise genießen. Das gepflegte Sanitär mit heißem Wasser ist schon etwas wert!

Kork, Kork, wo ist der Wein?

Leider gibt es um den CP herum keine Wanderwege, so dass wir zunächst entlang der Straße marschieren und dann auf einen Privatweg abbiegen. Sammeln von Pilzen und Spargel verboten 🙂 … hätten wir aber eh nicht vorgehabt.

Nachdem im Moment aber nicht wirklich Touri-Trubel herrscht, laufen wir einfach – und begegnen keiner Menschenseele. In der Ferne tummeln sich ein paar Schafe, das war’s.

Von den Ecken, die wir bislang im Alentejo gesehen haben, gefällt es uns hier mit am besten: Hügel, Eichenwälder, kleine Orte und nur wenige Felder wechseln sich ab. Bestimmt ist es im Frühling hier wunderschön, wenn alles blüht und noch nicht so heiß ist – bzw. so kühl, wie im Januar, wo es tagsüber ca. 15 Grad, nachts aber nur um die 2 Grad hat. Zum Glück haben wir eine Truma, und volle Gasflaschen :-).

Bones and Skulls

Wiki informiert:

Évora ist eine Stadt im Alentejo in Portugal, deren historisches Zentrum 1986 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde. Sie hat etwa 57.000 Einwohner und ist Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts. Außerdem ist sie Sitz des Erzbistums Évora und einer staatlichen Universität.

Aus römischer Zeit stammen der Diana-Tempel, die Burg sowie der Aquädukt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die im Zentrum stehende Kathedrale Se, der ehemalige Königssitz Paço dos Condes de Basto und die seit dem 15. Jahrhundert existierende, aber erst 1979 wiedereröffnete Universität.

In einigen Straßen der Altstadt – zum Beispiel in der Travessa das Nunes, der Rua do Cano oder der Rua do Salvador – ist zu sehen, wie der Aquädukt im Laufe der Zeit zu Wohnzwecken umgestaltet wurde. In der engen Gasse Travessa Alcárcova de Cima sind ein gut erhaltenes Stück römischer Mauern sowie im Untergeschoss eines Wohnhauses römische Fundamente beachtenswert.

Der im Stadtzentrum gelegene Praça do Giraldo genannte Platz mit dem Marmorbrunnen und den Arkaden gehören ebenso zu den Sehenswürdigkeiten wie das Beinhaus Capela dos Ossos (Kapelle der Knochen), ein Kirchengebäude, an dessen Wänden menschliche Gebeine gestapelt sind.

Eine tolle Stadt, an jeder Ecke ein altes Gebäude, schöne Läden, viele Restaurants und Cafés – und eben die Knochenkapelle. „Hier liegen unsere Gebeine – und warten auf Deine!“.

Tja, so isses.

Eintritt p. P.: 3 Euro, inklusive Besuch der benachbarten Kirche.

Makaber, bizarr – aber halt doch auch mitten aus dem Leben bzw. dem Tod 🙂 Ein Must See!

In den Korkeichen

Von der Algarve führt uns die Reise zurück ins Landesinnere, auf den CP „O Alentejo“ bei Evoramonte.

Der Platz wurde uns von Brian und Vicky empfohlen, die hier vor einiger Zeit waren. Er liegt zwar direkt an der Straße (aber hier ist im Moment ja eh nix los :-)), aber die Stellplätze sind befestigt (mit Marmorsplit – nobel geht die Welt zugrunde) und groß, es gibt ein recht schönes Sanitär (wenngleich nicht beheizt und das Wasser ist auch eher lauwarm) und sogar einen mini Pool. Preis pro Nacht: 10 Euro + Strom (35 Cent die kWh), free Wifi inklusive.

Definitiv zu empfehlen!

Vom Gipfel ans Meer

Mit unseren englischen Nachbarn, Brian und Vicky, fahren wir in deren Auto ins Monchique-Gebirge, dem höchsten Fleck an der Algarve. Das Wetter ist nicht ganz ideal für den perfekten Weitblick, aber man sieht doch viele kleine Hügelketten und Seen, und ganz entfernt auch das Meer.

Schön ist die Landschaft! Das Thermalbad / Dorf Monchique selbst ist relativ klein und in die Jahre gekommen, aber es gibt am Straßenrand, hinauf zum Gipfel, viele Restaurants. Wir kehren in einem kleinen, netten Restaurant mit Terrasse ein und genießen die Sonnenstrahlen und den Blick über das Tal.

Axel hat Filet vom schwarzen Schwein mit einer Art Semmelknödel, ich gegrillten Tintenfisch mit Süßkartoffen. Beides hervorragend, aber mal wieder mit Knoblauch in Hülle und Fülle. Naja, Süden eben 😉

Im Anschluss fahren wir auf den Gipfel und marschieren ein bißle herum. Und ich kauf mir in einem Souvenirladen ein nettes Ringle.

Und dann ab vom Gipfel ans Meer, nach Alvor in eine Strandkneipe, in der wir noch einen Sundowner zu uns nehmen. Ein richtig schöner, abwechslungsreicher Tag mit tollen Gesprächen mit den zwei Englischmen und vielen Natureindrücken.

Und noch die Begleitinfo von Wiki:

Monchique ist eine Kleinstadt in der Serra de Monchique am Nordrand der Algarve.

Die in einem Tal und am Hang des Berges Fóia gelegene Stadt ist als Kurort und unter Touristen vor allem wegen der in ihrer Nähe (7 km) gelegenen sechs Bäder „Caldas de Monchique“ und dem 902 m hohen Aussichtsberg Fóia bekannt. Im umliegenden Gebirge Serra de Monchique entspringen Quellen, die einen Großteil der Stauseen der Algarve füllen.

Im 16. Jahrhundert besuchte der junge König Sebastian Monchique und beabsichtigte, den Ort zur Vila (Kleinstadt) zu erheben. Der König starb kurz später in der Schlacht von Alcácer-Quibir und Portugal verlor in der Folge seine Unabhängigkeit, die es erst nach 1640 wieder mühsam erlangte. Monchique wurde erst im Jahre 1773 zur Vila erhoben. Zeitgleich wurde es Sitz eines eigenen Kreises, durch Abspaltung aus dem Kreis Silves. Es hatte inzwischen als Produktionsort von Wolle und Leinen, und als Lieferant von Kastanienholz und Holzprodukten Bedeutung erlangt. Durch die Industrialisierung verlor der Ort dann seine aufkommende Bedeutung wieder.

Heute ist Monchique insbesondere für seine Thermalquellen und die Serra de Monchique bekannt, auch international. So verbrachte der britische Premierminister David Cameron mit seiner Familie hier seinen Sommerurlaub 2013 vor allem mit Wandern, und er lobte das gastronomische Angebot und die weiten Ausblicke, u.a. auf die nahen Strände.

Weihnachtssurf

In Cabanas o Velho gibt es wahrscheinlich nichts anderes als das tolle Restaurant am Strand, einen Parkplatz und DEN Surferhotspot.

Wir machen uns am 25.12.2016 bei perfektem Wetter mit Henri auf den Weg und spazieren vom Strand hoch zu einer Ruine, mit Rundumblick.

Abends gibt es noch die Reste von Heilig Abend (einen halben Robalo und verschiedene Salate), und dann gehen wir zeitig ins Bett, die Nachwehen vom Vortag mit unseren englischen Nachbarn auskurieren 🙂

Vorsicht Absturzgefahr

Die Klippen hier sind nicht ganz ungefährlich – eine Art Sandstein, der schon beim Anschauen bröckelt… Überall Warnschilder, und das sicherlich nicht ohne Grund.

Wir stellen Henri in Luz ab und marschieren stramm bergaufwärts, auf die Klippe über dem Ort, um von dort nach Lagos zu laufen. Ein schöner, welliger Weg, mit traumhaft schönen Blicken auf Küste, Felsen, Strand – und Blumen noch und nöcher. Es gibt hier oben ganze Kleefelder, Gänseblümchen, Frauenschuh, lila Blumen, die wir nicht kennen, Büsche, Bäume… und so viel davon in voller Blüte. So schön. Wie Frühling und Sommer in einem, zuhause 🙂

Und dann kreist über uns ein Milan. Wahnsinn, direkt majestätisch und auch ein wenig furchteinflößend, weil er immer tiefer kommt. Aber wir interessieren ihn nicht, er segelt weiter…

Lagos

Lagos‘ Hafen war im 15. Jahrhundert Ausgangspunkt zahlreicher Afrikaexpeditionen, die Portugal unter Heinrich dem Seefahrer (Dom Henrique o Navegador) unternahm. Am 21. August 1415 startete unter Heinrichs Führung eine Flotte von 232 Schiffen zur Eroberung von Ceuta. Die maurische Festung, Gibraltar auf der afrikanischen Seite der Meerenge gegenüberliegend, war seinerzeit Endpunkt von Saharakarawanen und von erheblicher strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Heinrich erhob Lagos zu einem bedeutenden Stützpunkt seiner Flotte und ließ hier ab etwa 1440 die Karavelle entwickeln und bauen. Dieser neue Schiffstyp nach dem Vorbild der arabischen Dhau war nicht nur seegängig und küstentauglich zugleich, sondern auch in der Lage, hoch am Wind zu segeln und gegen die vorherrschende Windrichtung zu kreuzen.

Ab 1433 stach der Seefahrer Gil Eanes mehrfach von Lagos aus in See, um schließlich erstmals über das Kap Bojador hinaus zu segeln. Das an der Nordwestküste Afrikas liegende Kap, das heute zu Westsahara gehört, galt damals als Grenze der Welt, ein Überschreiten als gefährlich oder gar unmöglich und der zurückzulegende Küstenverlauf Afrikas war überwiegend noch nicht kartographiert. Der Entdecker Gil Eanes, dessen Biographie weitgehend ungeklärt ist, wird heute in Lagos als Kind der Stadt geehrt und ein Platz im Ortszentrum, die Praça Gil Eanes, trägt seinen Namen.

Ein anderer Seefahrer, Rui de Sequeira, eroberte 1472 eine Benin-Festung namens Eko im heutigen Nigeria. Heute ist Lagos, das frühere Eko, mit 10 Millionen Einwohnern die größte Stadt Schwarzafrikas und weltweit viel bekannter als ihre Taufpatin in Portugal.

Durch die Afrikafahrten portugiesischer Schiffe gelangten schwarze Sklaven aus Guinea und dem Senegal erstmals in der Neuzeit nach Europa. Lagos erhielt 1444 einen bedeutenden Sklavenmarkt, dessen Gebäude noch heute besteht. Erst 1820 wurde der Menschenhandel verboten. Die ehemalige nigerianische Hauptstadt Lagos, heute die zweitgrößte Stadt Afrikas, wurde nach der portugiesischen Kleinstadt benannt. Sie war Ausgangshafen der Sklaventransporte für den Sklavenmarkt in Lagos/Portugal.

Im Jahr 1476 geriet Christoph Kolumbus vor Lagos bei einem Piratenüberfall in Seenot und gelangte dadurch erstmals nach Portugal.

Keine Currywurst vor Amerika

Was weiß Wiki?

Das Cabo de São Vicente bei Sagres in Portugal bildet gemeinsam mit der benachbarten Ponta de Sagres die Südwestspitze des europäischen Festlands. Die Algarve endet dort in einer felsigen, bis zu 70 Meter hohen Steilküste mit karger, baumloser Vegetation.

Das Kap ist seit dem Neolithikum ein heiliger Ort, wie Menhire in der Umgebung zeigen.

Die Christen benannten die Küstenspitze nach dem Heiligen Vinzenz von Saragossa, einem Schutzpatron der Seefahrer. Der Legende nach soll dort im Jahr 304 der Leichnam des Märtyrers in einem Boot angetrieben und geborgen worden sein.

Auf dem Cabo de São Vicente befindet sich ein Leuchtturm, dessen Lichtkegel 32 Seemeilen (knapp 60 Kilometer) über den Atlantik reicht und der als der lichtstärkste Leuchtturm Europas gilt.

Auf einem der weltweit meist befahrenen Seewege halten Schiffe zum Kap einen großen Sicherheitsabstand.

Und es bläst ein unglaublicher Wind, wir sind froh um unsere Daunenjacken, trotz Sonne und angenehmen Temperaturen.

Laut TV-Berichten gibt es hier die letzte Currywurst vor Amerika, von einem dt. Metzger und Aussteiger. Wir frühstücken daher extra NIX – und dann: Büdchen geschlossen. Na toll.

Aber das lassen wir nicht auf uns sitzen und kochen abends unsere eigene Currywurst (Bockwurst vom Lidl), mit super Tomaten-Zwiebel-Currysauce und Süsskartoffelpommes. Ätsch!

Nach einem kurzen Abstecher an eine nahegelegene Befestigungsanlage (Eintritt frei) fahren wir zur Festung von Sagres:

Wiki: Das Fort Fortaleza de Sagres, ein portugiesisches Nationaldenkmal von überragender Bedeutung, befindet sich südwestlich von Sagres auf einer ein Kilometer langen Klippe namens Ponta de Sagres. Die gesamte Anlage und die umliegende Landschaft stehen unter Naturschutz.

Innerhalb des Forts befindet sich die bekannte Rosa dos Ventos aus dem 15. Jahrhundert.

Eintritt pro Person: 3 Euro. Und dafür bekommt man viel Wind, tolle Klippen und einen Rundumblíck auf den südwestlichsten Teil Europas.

Bis wir die 25 km zurück zum CP sind, haben wir beide aber voll die Verspannungen, so sehr windelt es an dem Tag…

Firmly in English hands

Aber echt: Engl. Pubs, indische Restaurants und natürlich Engländer, soweit das Auge reicht. Hammer. Allerdings sind die im Normalfall mindestens 60 und somit angenehm, keine Assis oder Hooligans. Aber leben wollten wir hier nicht, das ist schon sehr auf British ausgelegt :-(.

Luz (gesprochen Lusch), der nächstgelegene Ort zum CP, hat sich noch eine recht nette Altstadt bewahrt, mit kleinen Häusern und Lädchen. Und der Strand / die Strandpromenade sind toll, es gibt Bars, Souvenirshops, Surfer suchen ihre perfekte Welle. So kann der 4. Advent sein 🙂

Wir trinken in einer kleinen Bar ein Bier, ein Glas Wein und essen zusammen einen Hühnchenkäsetoast. Chillig kann das Leben sein.