Blaue Lagune

Von der Klippe an die Lagune – es ist unglaublich, welch schöne Flecken die Küste bietet. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Cascais treffen wir am Freitag in Foz de Arhelo, an der Lagoa de Obidos ein. Wir beschließen, auf einen reinen Womo-Stellplatz zu fahren, direkt am Strand. Die Nacht kostet 4,50 Euro, incl. Ver- und Entsorgung und einem Sanitärblock. Super.

Und die Lagune ist ein Traum: Davor der wilde Atlantik, mit seinen Riesenwellen – und dann, durch einen „Durchbruch“, ein sich permanent veränderndes Becken mit Salzwasser, in dem man schön schwimmen kann.

Der Ort selbst ist nett, mit einer großen Strandpromenade, vielen Parkplätzen, Cafés, Bars, Hühnchenbratereien usw. Für jeden was dabei!

Und auch der Empfang hier war top: Kaum geparkt kommt ein älteres portugiesisches Ehepaar auf uns zu, Heilbronn?????? Wir ja; die beiden: Kennen wir, haben über 30 Jahre in Kirchardt, Sinsheim und Eppingen gewohnt und sind nun, in Rente, seit 6 Jahren wieder hier. So goldig, Antonio und Saladina. Mehr dazu im nächsten Blog!

Auf der Klippe

Frei stehen am Leuchtturm. Wunderbar. Ein traumhafter Abend mit Störchen, Möwen, Sonnenuntergang, Wind, Meeresrauschen und nur wir zwei. Seelenheil. Und am Morgen die besten Muscheln der Welt.

Platte am Sandstrand

Jetzt sind wir also am südlichsten Zipfel von Portugal angekommen, an der Algarve; unser CP liegt in Armação de Pêra, kurz vor Albufeira.

Hmmm, was sollen wir sagen? Das Meer ist traumhaft, blau, ruhig, wunderschöne Sandstrände (gleichwohl stark besucht und etwas gedrängt, ein reines Sonnenschirmmeer!), man kann schwimmen, sich abkühlen. Toll. Klar, dass ein derartiger Hotspot wie die Algarve auch unzählige Bars, Cafés und Restaurants bietet. Aber müssen es denn immer Burgerbuden, Indisch-Tandoori-Chicken, Kebab-Läden und überteuerte Strandbars sein?

Das wäre aber noch nicht schlimm, so ist es eben, wenn jeder sein Glück im Tourismus sucht.

Was aber an Bausünden besteht – wohl beginnend in den 1970ern, und es geht weiter ohne Unterlass, bzw. jetzt stehen auch noch Finanzkrisenruinen überall – ist unglaublich hässlich. Axel hat es richtig beschrieben: Honecker und Ceausescu hätten es nicht besser gekonnt. Grauenvoll. Das will man echt nicht sehen…

Blauelster

Wirklich ein sehr schöner Vogel, schlau und fotoscheu. Aber das hält den frechen Vogel nicht davon ab, aus dem frisch zubereitetem Obstsalat ein Stück Melone zu stibitzen, auf dem Womo rumzustolzieren und alles zu schnabulieren, was runterfällt!

Die 33–37 cm lange Blauelster ist in ihrem Körperbau der Elster sehr ähnlich, allerdings sind Beine und Schnabel proportional gesehen etwas kürzer.
Sie hat einen braungrauen bis beigefarbenen Bauch. Der Rücken ist dunkler bis hin zu Braun, die bräunliche Färbung geht stellenweise in das Blau der Flügel über. Die Oberseite des Kopfes ist glänzend schwarz. Die weiße Färbung der Kehle zieht sich in einem schmalen, seitlichen Band bis in den Nacken. Die Oberseiten der Flügel und der Schwanz sind azurblau und haben ihr zu ihrem Namen verholfen. Die Schwanzspitze ist heller gefärbt bis hin zu Weiß. Beim Blau der Flügel und des Schwanzes handelt es sich um die für Rabenvögel typischen Strukturfarben, d. h. beim richtigen Lichteinfall kann es strahlend azurblau wirken, bei schlechtem Wetter eher gedeckt.

Ob sie wohl Yvonne heißen, wie Doraus Blaumeise???

Serengeti

Die Serengeti ist eine baumarme Savanne, die sich vom Norden Tansanias, östlich des Victoriasees, bis in den Süden Kenias erstreckt und eine Fläche von etwa 30.000 Quadratkilometern bedeckt.

Echt, so kam uns der CP zwischen Tomar und Algarve vor. Direkt am Wasserloch, es fehlen nur die Büffel, Zebras und Antilopen…

Der Stausee von Odivelas liegt mitten im Nirgendwo, bei Evora und Beja, umrahmt von Korkeichenwäldern, Olivenhainen und Weideflächen. Warm. Sonnig. Forztrocken. Totale Abgeschiedenheit. So auch der Platz: Riesig, massenhaft Stellplätze, 3 Sanitärs und überall Zugang ans Wasser. Super, Schwimmen macht hier richtig Spaß! Und die Fische springen, die Frösche quaken – und Vögel gibt es auch – siehe den folgenden Beitrag!

Templer in Tomar

Die Stadt ist bekannt durch den zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Convento de Cristo (Christuskloster), welcher auch das Stadtbild beherrscht. Es handelt sich hierbei um einen Kombination von Burg und Kloster der Tempelritter auf einem Hügel westlich über der Stadt, welcher nach der Auflösung des Templerordens im Jahr 1312 an den Christusorden überging und dessen Zentrum war.

Hier bekommt man für die 6 Euro Eintritt echt viel Geschichte, Baustil, Ausblick und Kreuzgang! Auch die Stadt selbst mit ihren netten Gassen, dem großen Marktplatz und einem schönen Park, ist einen Besuch wert.

Coimbra: Wissenshochburg

Die Universitätsstadt Coimbra liegt am Rio Mondego, der 40 km westlich in den Atlantik mündet. Coimbra hat etwa 143.000 Einwohner (2011), darunter etwa 30.000 Studenten, und war im Jahr 2003 die Kulturhauptstadt Portugals.

Die 1290 von König Dom Dinis gegründete Universität Coimbra ist die älteste Universität Portugals und eine der ältesten Europas.

Durch seine Konzentrierung auf Universität und Krankenhäuser konnte Coimbra jedoch vom allgemeinen Aufschwung Portugals seit der Nelkenrevolution 1974 und dem EU-Beitritt Portugals 1986, insbesondere in den wirtschaftlichen Boomjahren der 1990er Jahre, weniger profitieren, und fiel in Einwohnerzahl und wirtschaftlicher Bedeutung hinter seinen traditionellen dritten Platz der Städte Portugals zurück. Seine gesellschaftliche Bedeutung behielt die Stadt dabei jedoch bis heute, dank seiner Geschichte und seiner wissenschaftlichen und kulturellen Ausstrahlung in Portugal.

Dass Coimbra eine Universitätsstadt ist, zeigt ja auch der vorige „Anarchie-Blog“: Überall Statements, Graffitis, junge Leute, kleine Bars. Nett!

Und es gibt anscheinend zwei unterschiedliche Fado-Richtungen, die eine aus Lissabon, die andere aus der Universität Coimbras resultierend. Naja, wenn wir ehrlich sind, wollen wir beide nicht hören… In Traurigkeit und Seelenschmerz können wir ab Oktober zuhause wieder ertrinken, grins.

Auf jeden Fall hat die Stadt viel Charme, auch bedingt durch die verschiedenen Gärten, die frei zugänglich sind und in der Mittagshitze angenehmen Schatten spenden. Do not miss!

Anarchie an der Hauswand

5 Sterne Parkhotel mit Busenschrein

Wikipedia sagt: Die Serra do Buçaco ist ein bewaldetes Gebirge in Mittel-Portugal. Ein Teil (105 ha) steht als Mata Nacional do Buçaco („National-Wald von Bussaco“) unter Naturschutz. Im Laufe der Portugiesischen Kolonialgeschichte brachten die Seefahrer Pflanzen aus den neuentdeckten Ländern mit, so dass der oft auch als verwunschener Märchenwald bezeichnete, von beschilderten Wander- und Spazierwegen durchzogene Wald mit 300 exotischen und 400 einheimischen Arten von Bäumen und Sträuchern eine ungewöhnliche botanische Mischung bietet.

1628 hatte das neu entstandene Karmeliterkloster Convento de Santa Cruz do Buçaco die Bewahrung des Waldes übernommen, und seit 1653 stand der Wald auch unter dem Schutz des Papstes, der jedem mit Exkommunikation drohte, der einen Baum fällte. Ende des 19. Jahrhunderts ließ König Carlos hier einen neo-manuelinischen Sommerpalast errichten, das heutige Palácio Hotel do Buçaco (auch Hotel Palace Bussaco).
Vom Kurort Luso steigt die Serra do Buçaco bis auf 549 Meter an, jedoch wird meist der Aussichtspunkt Miradouro da Cruz Alta als Gipfel angegeben.

Wir sagen: Der Wald, das Gelände und insbesondere das Hotel + Karmeliterkloster sind top – aber es fehlt definitiv an der Beschreibung und Ausschilderung. Bestimmt gibt es 700 Pflanzenarten, aber wer soll denn die entdecken bzw. erkennen? Uns ist es nicht gelungen…

Zur Ehrenrettung muss man aber erwähnen, dass am 19. Januar 2013 ein starker Sturm in ganz PT, und auch im Wald von Bucaco, schwerste Schäden verursacht hat. Vielleicht hat der ja auch Info-Tafeln umgeworfen????

Fakt ist: Der Park lohnt als Wanderbereich und zum Natur-Genießen (Eintritt pro Roller: 2 Euro), aber von der Flora hatten wir uns mehr versprochen.

Das Kloster hingegen ist beeindruckend (Eintritt p. P.: 2 Euro): Tolle Bilder, korkvertäfelte Türen und Decken – und eben besagter Busenschrein… Keine Ahnung, ob das etwas Besonderes ist? Ist gibt wohl beschuhte und unbeschuhte Karmeliter. Vielleicht gibt es auch Nonnen mit und ohne BH?

Beim abschließenden Abstecher nach Luso haben wir von der bekanntesten Quelle Portugals geschöpft (laut Exil-Portugiesen aus Luxemburg heilt das auch Haut-, Bronchial- und Ohrenkrankheiten!) und in Penacova bei der Post noch diese wundervolle Vespa 125 Sprint gesehen. Der Fahrer hatte noch den Original-Helm auf, und stammt bestimmt auch aus der Produktionszeit. Überhaupt siehst Du hier die coolsten Autos und Roller, es lebe der Winter ohne Eis, Schnee und Streusalz!

Rio Mondego: Dieses Mal mit Sandstrand

Mit dem derzeitigen CP in Penacova, bei Coimbra, haben wir wieder was ganz Anderes gefunden – der Platz ist klein, in direkter Nähe zu einer Strandbar/-disco (mit nächtlichem Karaoke…), mit schattigen Plätzen und sehr engagiertem Personal. Jeden Morgen um 08:30 h beginnt ein Angestellter, die Plätze zu „rechen“. Wenn Du da nicht weggehst, kehrt der Dich mit ein! Drollig.

Ein portugiesischer Dauercamper hat zudem seinen Papagei dabei, der fröhlich pfeift und flötet. Und soeben, beim abendlichen Bad im Rio Mondego, gab es sogar Ibiza-Feeling, ein DJ hat in einer Strandhütte aufgelegt.

Axel meint, der hat mehr Wert auf sein Design gelegt (lange blonde Locken!) als auf sein DJ-Können – ich fand es nett, portugiesischer Italo-Pop. Daumen hoch, zumindest von mir.

Und manchmal galoppiert auch ein Ziegenbock vorbei.